WERBUNG / ADVERTISEMENT
Lebensmittelindustrie

Ist Fruchtzucker gefährlicher als raffinierter Zucker?

Fructose, ein Zucker, der natürlich in Obst und Gemüse vorkommt, gilt im Vergleich zu normalem Zucker seit jeher als gesundheitsverträglicher. Doch stimmt das auch?

Aprikosen

© iStock/Kuvona

WERBUNG / ADVERTISEMENT
Das wollten Lebensmittelforscher aus Potsdam genauer wissen und haben die Eigenschaften von Fruchtzucker unter die Lupe genommen. Dabei stellten sie fest: Fructose wird aufgrund seiner besonderen chemischen Struktur vom Körper anders verwertet: „Während andere Zuckerarten direkt vom Muskelgewebe und vom Gehirn und anderen Organen genutzt werden können, geht Fruchtzucker in die Leber, die ihn hauptsächlich in Fett verwandelt“, erklärt Andreas Pfeiffer vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam.

Bei kleinen Mengen ist das kein Problem. Doch mit der Entdeckung von Fruchtzucker als industrielles Süßungsmittel vor rund 30 Jahren ist auch der Fructose-Konsum stark gestiegen. Heutzutage steckt das vermeintlich natürliche Süßungsmittel sogar in Produkten wie Pizza, Nudelgerichten oder Kaffeemischungen. Bei dem dabei eingesetzten Sirup handelt es sich um ein Konzentrat, das zu 60 bis 90 Prozent aus Fruchtzucker besteht. Es ist so hoch konzentriert, dass schon ein Glas eines Süßgetränks mit 40 Gramm Fructosesirup ausreicht, um eine Zuckermenge zu sich zu nehmen, für die man sonst fünf Kilogramm Aprikosen verzehren müsste.
Mehr zum Thema:

Billig schlägt gesund


Trotzdem ist der Siegeszug von Fructose kaum aufzuhalten. Der Grund: Der Sirup kostet ein Drittel weniger als Zucker und ist wegen seiner Süße ein idealer Geschmacksträger. Zudem genießt die vermeintlich natürliche Fruchtsüße immer noch einen besseren Ruf als raffinierter Zucker und ist deshalb auch aus Sicht des Marketings die bessere Wahl. Für die Gesundheit der Konsumenten ist das bedenklich: „Studien haben gezeigt, dass ein überdurchschnittlicher Fruchtzuckerkonsum in Verbindung mit zunehmender Fettleibigkeit steht“, erklärt Alexandra Shapiro, Leiterin der Studie an der University of Florida.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung stellte zudem fest, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Fructose und dem Auftreten von Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck gibt. „Die daraus resultierenden Folgeerkrankungen heißen Diabetes, Schlaganfall oder Herzinfarkt“, erklärt die Medizinerin Birgit Hildebrandt vom HELIOS Prevention Center: „Dass künstlicher Fruchtzucker gesünder ist als Haushaltszucker, ist daher ein Mythos.“
WERBUNG / ADVERTISEMENT

Das könnte Sie auch interessieren

WERBUNG / ADVERTISEMENT
WERBUNG / ADVERTISEMENT
WERBUNG / ADVERTISEMENT
WERBUNG / ADVERTISEMENT