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Die geheimnisvollsten Orte Deutschlands

Höhlensystem Blautopf: Das Geheimnis der Tropfstein-Kathedralen

Verfluchte Opferstätten, bizarre Felsformationen, unheimliche Ruinen: Seit Jahrtausenden ziehen uns mystische Orte in ihren Bann – so auch ein tief blauer Tümpel in der Schwäbischen Alb. Jahrhunderte lang war das Schwimmen und Tauchen hier strengstens verboten. Erst in den 60er Jahren erkundeten Taucher den See und stießen auf ein gigantisches Höhlensystem.

© iStock-Joseph-Thäle

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Es gibt wenige Orte auf dem Planeten, die zugleich so schön und so schaurig sind wie der Blautopf in Blaubeuren. Glaubt man den zahlreichen Legenden, die man sich bis heute erzählt, ist der Teich bodenlos und das dunkle Verließ einer unglücklichen Nixe. Das Schwimmen und Tauchen in dem heiligen Gewässer jedenfalls ist seit Menschengedenken streng verboten. Erst in den 1960er-Jahren beginnt man den Blautopf mithilfe moderner Tauchsysteme zu erforschen. Und was man dabei am Grund des Sees entdeckt, scheint die düsteren Legenden über den verwunschenen Ort zu bestätigen.

Wenn man den Blautopf das erste Mal mit eigenen Augen sieht, wird einem sofort klar: Er unterscheidet sich von jedem anderen Gewässer in Deutschland. Je nach Sonneneinstrahlung funkelt das Wasser des knapp 40 Meter breiten Tümpels kobaltblau bis türkis. Ein extrem seltener Effekt, der von kleinen Kalkteilchen im Wasser verursacht wird. Und auch wenn der Blautopf nicht bodenlos ist – als sich 1967 ein Team von Tauchern auf den Grund des Sees sinken lässt, berühren ihre Füße erst nach 23 Metern den schlammigen Boden. Tief genug also, um das Brandenburger Tor darin zu versenken. 

Ein Durchgang in die Höhlenwelt

Der jahrhundertealte Mythos des Sees jedenfalls scheint mit diesem Tauchgang entzaubert. Doch dann entdecken die Männer im dunklen Zwielicht der Tiefe etwas, das sie zunächst für eine optische Täuschung halten: Am Grund des Sees führt ein Durchgang – so eng, dass sich ein Mensch gerade so hindurchzwängen kann – in einen düsteren Höhlenschacht. Wohin dieser Gang führt, weiß bis heute niemand. Ein Geheimnis, das die Blautopfhöhlen mithilfe scharfkantiger Felsenkanten, mächtiger Strömungen und metertiefer Wasserstürze verteidigen – nur ein Bruchteil des Höhlensystems konnte bislang kartiert werden. 

Dennoch entdecken Taucher bei ihren Tauchgängen nicht nur Menschenknochen und Tonscherben, von denen niemand erklären kann, wie sie in die Tiefe gelangt sind, sondern auch begehbare Felsendome – bis zu 50 Meter hoch, 200 Meter lang und gespickt mit metergroßen Tropfsteinen. Insgesamt haben sich die Forscher in fünf Jahrzehnten gerade einmal zehn Kilometer weit in die Höhle vorgekämpft. Die meisten Experten sind sich allerdings sicher: Das ist nur der Eingangsbereich der Blautopfhöhle – und niemand kann vorhersagen, worauf man in der Tiefe noch stoßen wird.
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