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Erfindungen

Heißer Zufall: Die Erfindung der Mikrowelle

Vor über 70 Jahren wurde das Prinzip des Mikrowellenherds durch puren Zufall entdeckt – beim Militär und mit Hilfe eines Schokoriegels.

Mikrowelle

© iStock/grzymkiewicz

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Wie so oft stand auch bei dieser Erfindung der Zufall Pate: Im Jahr 1946 forschte der Ingenieur Percy Spencer gerade in den Laboratorien des amerikanischen Rüstungskonzerns Raytheon. Als der Wissenschaftler während eines Experiments am Radar für kurze Zeit vor einer Magnetfeldröhre, dem Herzstück der Radaranlage, stehen blieb, bemerkte er Ungewöhnliches: In seiner Jackentasche hatte sich ein Schokoladenriegel ganz plötzlich in einen klebrigen Klumpen verwandelt – und das, obwohl Spencer keinerlei Wärme wahrgenommen hatte. Er erkannte schließlich, dass die von der Magnetfeldröhre abgestrahlten Mikrowellen Ursache der Schoko-Schmelze waren, das Prinzip des Mikrowellenherds war entdeckt.

Anfangs so schwer wie ein Kleinwagen

Es sollte noch bis zum Jahr 1954 dauern, bis der erste Mikrowellenherd mit den Namen „Radarange“ verkauft wurde. Im Gegensatz zu einem modernen Gerät, das bequem auf der Küchenanrichte Platz findet, war der „Radarrange“ mit seinen 750 Kilogramm und der Größe einer Gefriertruhe nicht gerade handlich und platzsparend. Dies und der damals stolze Preis von 2.000 Dollar führten dazu, dass Mikrowellenherde zunächst nur in Kantinen und großen Restaurants eingesetzt wurden. Erst ab Mitte der 60er Jahre reduzierte sich mit der Größe auch der Preis der „Mikrowelle“. Seitdem hielt das Küchengerät mit dem „Ping“ auch Einzug in unzählige Privatküchen.

Es ist angerichtet

Die Tatsache, dass die Mikrowelle in Minutenschnelle eine warme Mahlzeit zubereiten kann, ist vor allem auf die physikalischen Eigenschaften des Wassers zurückzuführen. Das in allen Lebensmitteln enthaltene Molekül besteht aus einem negativ gepolten Sauerstoffatom und zwei positiv gepolten Wasserstoffatomen – ein Zustand, der als Dipol bezeichnet wird. Das so genannte Magnetron, Kernstück des Mikrowellenofens, erzeugt nun ein elektromagnetisches Feld, welches sich mit einer Frequenz von 2,45 Gigahertz permanent umpolt. Dies wiederum zwingt die Wassermoleküle, sich mit ihren Dipolen gemäß dem elektromagnetischen Feld auszurichten. Bis zu 5 Milliarden Mal pro Sekunde schwingen die gewinkelten Wassermoleküle hin und her und erzeugen auf diese Weise Reibungshitze.
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Erwärmung von innen

Im Gegensatz zur konventionellen Erhitzung von Lebensmitteln findet in der Mikrowelle die Erwärmung der Nahrung von innen heraus statt. Deshalb lässt sich die Garzeit durch Erhöhung der Energieleistung problemlos verkürzen. Erhöht man dagegen die Temperatur in einem Backofen, so erhält man statt Zeitersparnis meist nur ein verkohltes Etwas.

Tücken der Technik

Doch auch der Mikrowellenofen hat seine Tücken. Die unterschiedlichen Bestandteile und Aggregatszustände eines Nahrungsmittels können dazu führen, dass sich die Wärme in einer Mahlzeit nicht gleichmäßig verteilt. Es ist daher ratsam, die Speisen ab und zu umzurühren und in mehreren Intervallen zu erwärmen. Gelegentlich kann das in der Nahrung enthaltene Wasser durch die Mikrowellen auch über den Siedepunkt hinaus erhitzt werden, ohne zu sieden. Als Ergebnis entsteht ein so genannter Siedeverzug. Eine Erschütterung genügt, um einen Teil des Wassers explosionsartig in Dampf übergehen zu lassen – ein Überraschungsmoment, auf das man sicher gerne verzichten möchte.
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