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Geheimakten der Geschichte

Haben die Nazis das Folterbuch für Guantanamo geschrieben?

Organisationen wie die CIA halten sich für eine Art Superpolizei und agieren am liebsten im Verborgenen. Sie scheuen dabei weder Mord, menschenverachtende Experimente noch die Zusammenarbeit mit Massenmördern, um ihre Ziele zu erreichen.

© iStock-ViewApart

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Als im Mai 2004 Bilder von misshandelten Gefangenen aus Guantanamo in die Medien gelangen, ist der Aufschrei groß. Erst ist von Gewaltexzessen der Aufseher die Rede, später spricht die US-Regierung von „enhanced interrogation“ – eine Formulierung, die an den NS-Begriff „verschärfte Vernehmung“ erinnert und eine Umschreibung für Folter ist. 

Tatsächlich handelt es sich bei den angewandten Praktiken (z.B. 40 Stunden Stehen, Schlafentzug) um bewährte Methoden der CIA. Sie finden sich in einem geheimen Verhörhandbuch: dem „Kubark Manual“. Doch wer hat dieses Werk verfasst? Die Antwort auf diese Frage liegt 70 Jahre in der Vergangenheit … Professor Kurt Blome ist ein Massenmörder. Während des Zweiten Weltkriegs hat der NS-Arzt an Bio-Waffen geforscht – und sie an KZ-Häftlingen getestet. Dennoch wird er bei den Nürnberger Prozessen freigesprochen. Hinter den Kulissen hat er einen Deal mit dem US-Geheimdienst geschlossen: seine Forschungsergebnisse im Tausch gegen seine Freiheit.

Freiheit gegen Wissen 

Ein gutes Geschäft, finden die Amerikaner. Und tatsächlich nutzt man Blomes Wissen, um im Jahr 1953 das streng geheime Programm MKUltra zu starten. Das Ziel: Gedankenkontrolle. „Es gab eine Reihe von Versuchen mit LSD, Meskalin, Angel Dust und allem, was dazugehört, aber auch mit Psychochirurgie, chemischen Stoffen, Giften, Krankheitserregern – all das wurde an unwissenden Menschen getestet“, so der Historiker Bernd Stöver. 

Die Opfer werden in US-Gefängnissen und Kliniken rekrutiert. Auch auf deutschem Boden finden Experimente statt – unter der Leitung von Professor Kurt Blome. Seite an Seite arbeitet er mit US-Geheimdiensten an der Entwicklung von Biowaffen – und probiert sie wie zu NS-Zeiten am „lebenden Objekt“ aus. Erst 1964 endet das Programm schließlich so klammheimlich, wie es begonnen hat, und Kurt Blome zieht sich nach Dortmund zurück. Sein Erbe lebt jedoch weiter – im Kubark Manual, dessen Regeln bis heute bei Folterverhören zur Anwendung kommen. 
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