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Verkehr

Gu(r)te Reise: Welcher Sitzplatz ist der sicherste?

Ob Auto, Flugzeug oder Reisebus – jeder hat sich schon mal gefragt, welcher der beste Platz ist. Aber nicht nur Komfort und Ausblick sind dabei zu berücksichtigen. Auch Sicherheitsaspekte spielen eine große Rolle, wenn es on Tour geht.

© iStock-Solovyova

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Beinahe jeder hat sich das schon mal gefragt: Was wäre eigentlich, wenn jetzt ein Unfall passiert? Wo wäre der sicherste Platz, wo ist man am besten geschützt und wo kommt man am besten wieder raus? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, denn jedes Verkehrsmittel ist anders und bietet auch für jeden einzelnen Passagier seine ganz eigenen Tücken und Sicherheitsaspekte. Wer wo im Flugzeug, im Auto und im Bus den sichersten Platz findet, erfahren Sie hier.

Das Auto

Das Auto ist das beliebteste Reisemittel der Deutschen. 45.071.000 angemeldete Pkws gab es im Jahr 2016 in Deutschland, viele davon werden täglich zum Weg zur Arbeit, Schule und Uni genutzt. Fahrgemeinschaften sind dabei besonders effizient und schonen die Umwelt. Auch wenn es an die Urlaubsreise geht, ist das Auto auf Platz eins: Knapp 40 Prozent der Urlauber in Deutschland setzten letztes Jahr darauf. Mitfahrgelegenheits-Portale bieten aber auch hier die Möglichkeit, sich der ein oder anderen Fernreise auf vier Rädern anzuschließen. Aber wo ist nun der sicherste Platz? 

Für Erwachsene

Der Erwachsene fährt typischerweise das Auto oder sitzt auf dem Beifahrersitz: Viel Platz für die Beine, Kontrolle über das Radio und häufig auch eine Sitzheizung machen den Komfort aus, den diesen Platz so beliebt machen. Aber ist das auch der sicherste?

Tatsächlich ist es Studien zufolge am sichersten, hinten zu sitzen – und das nicht nur irgendwo: Der unbequeme, unbeliebte Mittelsitz ist ausgerechnet der sicherste, wie Forscher herausgefunden haben. Wer dort sitzt (natürlich angeschnallt), hat die größte Knautschzone im Auto in jegliche Richtungen. Auch beim Überschlag sollen weniger Kräfte auf den mittleren Sitz wirken - ein entscheidender Vorteil gegenüber den anderen Plätzen. Unabhängig von Autotyp, Alter oder Gewicht sitzt man dort um bis zu 86 Prozent sicherer als die anderen Mitfahrer. Der Anschnallgurt ist ebenfalls ein entscheidender Faktor: Er erhöht die Überlebenswahrscheinlichkeit bei einem Crash um bis zu 300 Prozent. 

Für Kinder

Kinder sind im Auto ein Sonderfall. Aufgrund der geringeren Größe und dem geringeren Gewicht können sie vom Anschnallgurt nicht so effektiv gehalten werden, weswegen für sie besondere Maßnahmen ergriffen werden sollten. Babys und Kleinkinder sind in der Babyschale am besten aufgehoben, größere Kinder können dann mit einem erhöhten Sitz sicher angeschnallt werden. Erst ab 12 Jahren oder einer Größe von 1,50 Metern ist es dann sicher und ganz offiziell erlaubt, vorne zu sitzen. 

Aber auch für sie gilt unabhängig davon: In der Mitte sind sie am besten aufgehoben, zumindest wenn es nach den Statistiken geht. Hier ist auch für sie die Knautschzone am größten und die Kräfte sind geringer. Viele Kinder genießen übrigens auch eine bessere Sicht durch den erhöhte Mittelsitzplatz. Der ADAC empfiehlt ansonsten immer den rechten Sitzplatz im Fahrzeug, da man einfach vom Gehweg aus- und einsteigen kann. Denn auch das birgt weniger Gefahren als an der Straßenseite. 

Für den Hund 

Vierbeiner im Auto sind keine Seltenheit mehr. Viele nehmen ihren Liebling täglich mit zur Arbeit, fahren mit ihm raus ins Feld zum Gassi Gehen oder nehmen ihn einfach überall mit hin, wo es sie hin verschlägt. Dadurch ergeben sich zwar viele Möglichkeiten, aber auch zwei Probleme:

  1. Der Hund ist gerne bei seiner Bezugsperson und möchte am liebsten vorne auf dem Schoß des Fahrers sitzen – eine große Ablenkung.
  2. Bei einem scharfen Bremsmanöver oder einem Unfall kann der Hund zum tödlichen Geschoss werden und natürlich auch selbst stark durch das Herumschleudern verletzt werden. 
Laut StVO gilt ein Hund außerdem als Ladung und darf nur gesichert mitgeführt werden. Möglichkeiten der Sicherung bieten Schutzgitter oder Transportboxen, die fachmännisch installiert, dem Hund sowohl Raum und Ruhe als auch Sicherheit bieten. Das bedeutet zwar auch, dass der Hund sich nur wenig bewegen kann, dafür sind dann Pausen bei langen Autofahrten oder Urlaubsreisen einzuplanen – das Plus an Sicherheit überwiegt hier. 

Alternativ kommen auch Gurte für Hunde in Frage – das ist jedoch besonders für kleine Hunde gedacht, deren Körper nicht so enorme Kräfte entwickeln, wenn es zu einer starken Bremsung kommt. Auch hier ist dann ein Platz im hinteren Teil des Autos am besten. Der Beifahrersitz ist hier keine sichere Lösung. 

© iStock-RobertKohlhuber

Das Flugzeug

Der Flieger ist mit knapp 30 Prozent das zweitbeliebteste Verkehrsmittel wenn es um die Urlaubsreise geht – auch wenn es bei so vielen Menschen auf engem Raum natürlich großes Nerv-Potenzial gibt. Viele Alleinreisende setzen daher beispielsweise auf die hinteren Reihen, um Kindergeschrei zu entgehen – die sichersten sind das nicht immer. Aber gibt es überhaupt den sichersten Platz im Flieger?

Für Erwachsene

Tatsächlich ist es so, dass es sowas wie den Platz mit Überlebensgarantie nicht gibt – das ist die schlechte Nachricht. Viel zu unterschiedlich sind die Flugabsturzszenarien und viel zu selten, um aus ihnen eine umfassende Statistik zu basteln. Somit gilt es also, für die individuellen Bedürfnisse das Beste draus zu machen. 

Richtwerte und gute Chancen bieten die Notausgänge, die übrigens auch hinten im Flugzeug verteilt sind - bis zu fünf Reihen davor oder dahinter lassen sich bequem evakuieren. Danach sind Sicht- und Lichtverhältnisse ein entscheidender Faktor. Außerdem essentiell: Das Wissen um den nächsten Notausgang. Wer bei der Sicherheitseinführung aufpasst und sich danach aktiv kurz orientiert und sich merkt, wie viele Reihen er in welcher Richtung vom nächsten Notausgang entfernt ist, erhöht seine Überlebenschancen um ein Vielfaches. Umhertasten und -suchen im Dunkeln ist dann nicht mehr notwendig. Die Überlebenschancen im Falle eines Evakuierungsszenarios liegen übrigens bei 95,7 Prozent und das Risiko bei einem Flugzeugabsturz ums Leben zu kommen bei nur minimalen 0,000012 Prozent, so dass das Flugzeug nach wie vor eins der sichersten Verkehrsmittel ist.  

© iStock-BrianAJackson

Für Kinder

Ähnlich wie für Erwachsene gilt auch hier: Den sichersten Platz gibt es nicht. Stattdessen gibt es aber sinnvolle und weniger sinnvolle Platzkonstellationen, die den Kindern und Eltern ein optimales Reise-Erlebnis ermöglichen. Die Bulkhead-Plätze, die hinter Trennwänden zu Küchen oder Toiletten gelegen sind, werden dafür zwar oft mit Beinfreiheit und Bassinets (Körbchen für Babys zum Befestigen an der Wand) angepriesen, letztendlich sind aber andere Plätze sogar noch besser gelegen.

Zum einen gibt es an Küchen und Toiletten immer Menschenansammlungen bzw. laute Geräusche durch Vor- und Nachbereitung des Essens. Zum anderen sind diese Plätze ohne Vorderreihe immer mit festen Armlehnen ausgestattet, aus denen der Tisch hervorgezogen werden kann – diese sind dann nicht zu entfernen, die Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Besser sind stattdessen durchgehende Reihen, in denen die ganze Familie Platz hat. In vielen Fliegern sind die mittleren Reihen mit vier Plätzen und die äußeren Reihen mit drei Plätzen ausgestattet – das ergibt oftmals die perfekte Ausgangslage, da dort die Armlehnen hochgeklappt und sich die Kinder so querlegen und besser schlafen können. Außerdem haben sie damit die Möglichkeit, auf den Plätzen auch ein wenig herumzuturnen, ohne andere direkt zu stören oder über Armlehnen zu stolpern. Die Sicherheit wird besonders dadurch erhöht, dass die Anschnallpflicht auch tatsächlich wahrgenommen wird und dass die Kinder sich nicht auf den Boden zum Schlafen legen. 

Für Hund und Katze

Für Hund und Katze gibt es im Flieger grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

  1. In der Kabine mitreisen. 
  2. Im Frachtraum mitreisen.
Beide Varianten sind je nach Tier mit speziellen Maßnahmen und Vorschriften verbunden, die von Airline zu Airline variieren. Große Hunde dürfen beispielsweise generell nur im Frachtraum mitreisen, während kleine Hunde und Katzen in einer geeigneten Transportbox auch in der Kabine mitkommen dürfen. Angeleint und am Passagiergurt befestigt dürfen sie sogar aus der Box raus und auf dem Schoß der Besitzer sitzen. Wie der eigene Liebling am komfortabelsten reist, sollte jeder Besitzer für sich entscheiden – ein paar Aspekte gibt es jedoch zu beachten. 

Der Frachtraum unterliegt Temperaturschwankungen, ist dunkel und nicht unter Aufsicht. Allerdings sind die stabilen Transportboxen auch die ideale Umgebung, um Hund oder Katze vor Außeneinwirkung zu schützen. In der Kabine hingegen kann es zu Zwischenfällen kommen, wenn das Tier sich losreißt oder panisch wird. Außerdem sind die körperlichen Begebenheiten zu beachten: Die Lufthansa weißt beispielsweise darauf hin, dass Tiere mit sehr stumpfen Nasen Atemprobleme bekommen können, die dazu führen, dass die Flugreise sehr beschwerlich wird oder das Tier sogar versterben kann. Auch Ruhigstellungs-Medikamente können zu Kreislaufproblemen führen, so dass der Stress der Reise im Zweifelsfall die bessere Lösung und das geringere Übel wäre. Hier gilt: Sicheres Reisen mit Tier ist schwierig, da das Fliegen durchaus Strapazen mit sich bringt, die jeder Mensch bereits von sich kennt. Im Zweifelsfall ist das Tier in einer stabilen Transportbox im Frachtraum am besten aufgehoben. 

© iStock-firina

Der Bus

Der Bus steht auf Platz drei der beliebtesten Urlaubsreisen-Fahrzeuge – knapp neun Prozent der Deutschen verreisen jedes Jahr mit dem Bus. Und auch sonst wird das öffentliche Verkehrsmittel gerne genutzt: Ob zur Arbeit oder zur Schule  – der Stadtbus liefert die bequeme Alternative zu Auto oder Fahrrad. Auch Fernbusse werden immer beliebter und machen der Bahn auf bestimmten Wegstrecken durchaus Konkurrenz. Aber wo sitzt man am sichersten, wenn es hart auf hart kommt?

Für Erwachsene

Schlimme Busunglücke haben meist viele Tote zur Folge: Das große Gefährt entwickelt enorme Kräfte, wenn es sich erst einmal auf Abwegen befindet. Auffahrunfälle oder Umkippen sind dann keine Seltenheit. Genau deshalb ist es im Bus vorne beim Fahrer an der großen Scheibe besonders unsicher – viele Auffahrunfälle zeigen, dass dort die Überlebenschancen am geringsten sind. Aber auch die anderen Fensterplätze an der Seite sind nicht zu empfehlen. Fällt der Bus um, wird es sehr schwer, herauszuklettern. Die hinteren Reihen bergen die gleichen Gefahren wie die ersten Reihen. Kurz gesagt: Es gibt ganz klar wenige sicherste Plätze im Bus. Und wo sind sie? Genau in der Mitte am Gang sitzend sind Passagiere am besten aufgehoben, ähnlich wie im Auto. Hier wirken am wenigsten Kräfte – ganz besonders sicher wird es dadurch, wenn die vorhandenen Anschnallgurte auch genutzt werden.

Für Kinder

Das Gleiche wie für Erwachsene gilt im Bus auch für Kinder: Die Mitte bietet die größtmögliche Knautschzone in jegliche Richtungen, der Anschnallgurt zusätzliche Sicherheit. Besonders kleine Kinder sind hier ähnlich wie im Auto noch optimaler aufgehoben, wenn sie auf einem Kindersitz sitzen – ob das für den täglichen Weg zur Schule jedoch praktikabel ist, ist selbst zu entscheiden. 

Für den Hund

Hunde im Bus sind ähnlich wie im Flieger an gewisse Regularien gebunden. Beispielsweise müssen sie immer angeleint sein, in gewissen Bezirken sogar einen Maulkorb tragen. Für sie ist es dann ähnlich wie in den anderen Verkehrsmitteln schwierig: Abrupte Manöver oder Unfälle lässt sie umherfliegen und sich und andere verletzen. Hier wäre ebenfalls eine Transportbox angebracht, die besonders bei langen Busreisen eher im Frachtraum Platz finden sollte, als oben in der Kabine. Das bedeutet sowohl für das Tier als auch den Menschen mehr Sicherheit und Komfort. 

Fazit

Den ultimativ sichersten Platz gibt es leider nicht. Eine Überlebensgarantie im Schadensfall schon mal gar nicht. Allerdings lassen gewisse Faktoren bessere und schlechtere Entscheidungen treffen, die im Zweifelsfall einen großen Unterschied bedeuten können. Wichtig: Besonders für Kinder sollten die Eltern diese Entscheidung intelligent treffen. Hier steht die Sicherheit der ganzen Familie im Vordergrund. Einige Verhaltensregeln vorab zu klären, kann im Notfall Leben retten. Panikmache ist jedoch fehl am Platz, da wirklich schwere Unfälle tatsächlich selten auftreten und die Wahrscheinlichkeit, im Verkehr ums Leben zu kommen, doch verhältnismäßig gering ist. Stattdessen sollte man die Reise genießen und sich zurücklehnen. 
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