Großer Cousin der Erde: NASA entdeckt erdähnlichen Planeten

Das Kepler-Teleskop hat zum ersten Mal einen fast erdgroßen Planeten entdeckt, der in bewohnbarer Entfernung um einen sonnenähnlichen Stern kreist: Kepler-452b.

Erde und Kepler-452b

© NASA/JPL-Caltech/T. Pyle

Er ist gefunden und trägt den Namen „Kepler-452b“! Zwar wollen die Wissenschaftler noch nicht von einem Zwilling der Erde sprechen und bezeichnen ihn deshalb vorsichtshalber zunächst als Cousin. Dennoch weist Kepler-452b viele Ähnlichkeiten zu unserem Heimatplaneten auf.

Wasser und Fotosynthese

Wie die NASA bekannt gab, ist er um nur 60 Prozent größer als die Erde. Damit ist er weitaus kleiner als alle zuvor entdeckten, habitablen Planeten. Um habitabel, also bewohnbar zu sein, muss ein Planet den richtigen Abstand zur Sonne besitzen – und der ist bei dem neuentdeckten Planeten genau richtig. Wäre er zu dicht an seiner Sonne dran oder zu weit von ihr entfernt, würden auf ihm lebensfeindlich hohe oder niedrige Temperaturen herrschen. Unter solchen Bedingungen könnte sich kein flüssiges Wasser auf der Oberfläche ansammeln. Und ohne Wasser kein Leben. Zudem sei der Sonnenschein des Sterns dem unserer Sonne sehr ähnlich. Eine Fotosynthese wäre somit denkbar.
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2009 begann die Suche nach Verwandten der Erde, als das Kepler-Weltraumteleskop ins Weltall gestartet ist, um nach exosolaren Planeten, also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, zu suchen. Bisher verzeichnete die NASA auf der Kepler-Mission 4.696 Planeten. Ob sie sich alle als Planeten qualifizieren, müssen weitere Daten-Analysen zeigen. 1.030 davon gelten bisher als bestätigt.

Auch der Suche nach einer Erde 2.0

Ob es wirklich Leben auf Kepler-452b gibt, wollen die Wissenschaftler in weiteren Schritten herausfinden. Immerhin befände sich der Planet seit sechs Milliarden Jahren in der bewohnbaren Zone seiner Sonne. Prinzipiell also genug Zeit, dass Leben auf der Oberfläche oder in Ozeanen entstehen könnte, meint Wissenschaftler Jon Jenkins, der die Daten-Analyse leitet.

Einfach mal so den Planeten zu wechseln und beim Erd-Cousin vorbeizuschauen, ist jedoch nicht möglich: Kepler-452b liegt nämlich 1.400 Lichtjahre von uns entfernt. Bilder liegen den Wissenschaftlern deshalb noch nicht vor. Auf Basis der bisherigen Erkenntnisse zeigen die Entwürfe der NASA einen Planeten mit Ozeanen, Wolken, Felsstrukturen und Vulkanen. „Diese spannende Entdeckung bringt uns einen Schritt näher, eine Erde 2.0 zu finden“, sagt NASA-Chefwissenschaftler John Grundfeld.

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