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Südamerikanische Geschichte

Gold im Regenwald: Gab es das legendäre Eldorado?

„Eldorado“, das bedeutet „der Vergoldete“, fasziniert bis heute viele Menschen. Der Sage nach soll es ein geheimnisvoller Ort im Urwald Südamerikas sein, der unermesslich reich war. Noch heute suchen Forscher nach ihm.

Alte Landkarte mit Kompass und verschiedenen Instrumenten

© iStock/Anna Omelchenko

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Seit vielen Jahrhunderten erzählt man sich eine Geschichte in Südamerika: Einst soll es in den tiefen Wäldern des Amazonasgebietes riesige Goldvorkommen gegeben haben. Mal ist von einer Stadt die Rede, mal von Schätzen eines Naturvolks, mal nur von einem einzelnen reichen Mann. Die Aussicht auf Reichtum machte die spanischen Eroberer gierig: Immer wieder durchkämmten sie die Wildnis, in der Hoffnung, in der grünen Hölle des Amazonas doch eines Tages noch auf einen Schatz zu stoßen. Erfolg hatten sie nicht. War also alles nur ein Märchen?

Mysteriöse Spuren im Boden

Hinter dem Eldorado-Mythos steckt auch die Frage, ob es im Amazonasgebiet einst eine Hochkultur gegeben haben könnte – was die Wissenschaft lange ausgeschlossen hatte. Doch schon im Jahr 1542 glaubte der spanische Eroberer Francisco de Orellana, eine solche Hochkultur entdeckt zu haben. Er hatte damals, auf der Suche nach Eldorado, mit einer Expedition das Amazonasbecken bereist. Gold fand er zwar nicht, dafür aber riesige Städte, ausgedehnte Anbaugebiete und ein Netzwerk von Dörfern. Doch als hundert Jahre später Missionare in den Dschungel vordrangen, war nichts davon zu sehen. Seemannsgarn, glaubte man damals, Orellana musste gelogen haben.

Inzwischen aber vermuten Archäologen etwas anderes. Immer wieder machen sie spektakuläre Funde im Regenwald, die beweisen, dass hier einst mehr als ungezähmte Natur gewesen sein muss. Mit Hilfe von Luftaufnahmen stieß zum Beispiel Clark Erickson von der University of Pennsylvania auf seltsame Strukturen in der Landschaft, unnatürliche Linien, welche die Savanne durchkreuzen, fast wie ein gestreiftes Muster. Dazwischen fanden sie eigenartige, freistehende Erderhebungen. Erickson nahm sie genauer unter die Lupe – und förderte Keramikscherben und andere Hinterlassenschaften zutage.

Eine vergessene Hochkultur?

Und auch ein brasilianisch-finnisches Team machte 2010 durch Beobachtungen aus der Luft erstaunliche Entdeckungen: Die Forscher konnten riesige geometrische Figuren ausmachen, so genannte Geoglyphen. Darüber hinaus entdeckten sie Überreste von Hütten, Palisaden, Tonscherben und sogar von Menschenhand gefertigte Holzkohle. Ihren Berechnungen zufolge sollen hier vor über tausend Jahren rund 60.000 Menschen gelebt haben.

Dass Forscher eine Zivilisation im Amazonasgebiet so lange für ausgeschlossen hielten, liegt am Urwaldboden. Er ist generell arm an Nährstoffen und eignet sich nicht für Ackerbau. Erst die Entdeckung der so genannten „Terra Preta“ brachte die Wissenschaft zum Umdenken. Denn: Eine Untersuchung dieser besonderen schwarzen Erde aus der Region ergab, dass es sich dabei um keinen normalen Mutterboden handelt, sondern um ein kultiviertes, von Menschenhand geschaffenes Substrat. Offensichtlich hatten die Ureinwohner hier einst eine Technik entwickelt, die es ihnen ermöglichte, den kargen Boden des Regenwaldes mit Nährstoffen anzureichern, indem sie den Sandboden mit Muschelkalk und Holzkohle vermischten. Die Holzkohle konserviert die Nährstoffe im Boden und bewahrt sie so vor dem Ausschwemmen. Auf diese Weise konnten auf der „Terra Preta“ Bananen, Mais, Papaya, Bohnen und viele andere Nutzpflanzen gedeihen.

Die Suche geht weiter

Inzwischen haben Wissenschaftler alle Fundstellen der schwarzen Erde auf einer Karte verzeichnet. Das Interessante: Ihre Verbreitung deckt sich mit den Berichten des Entdeckers Orellanas, den man für einen Lügner gehalten hatte. Vielleicht also gab es damit doch eine vergessene Hochkultur im Urwald Südamerikas – und  vielleicht liefert sie neue Erkenntnisse, ob es auch das sagenhafte Eldorado gegeben haben könnte.
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