Schifffahrt

Geheimnisvolle Wracks: Auf Schatzsuche in der Ostsee

In der Ostsee liegen mehr als 16.000 Wracks auf dem Meeresgrund. Welche Geschichten erzählen sie? Und bergen sie noch Schätze? Taucher machen sich auf die Suche.

Schiffswrack

© imago/OceanPhoto

Dieser Fund war eine Sensation: Ein US-Unternehmen entdeckte sagenhafte 48 Tonnen Silberbarren in einem britischen Schiff, das im Zweiten Weltkrieg vor der irischen Küste versenkt worden war. Der Schatz, der vermutlich über 170 Millionen Euro wert ist, ist einer der größten der Seefahrtsgeschichte.

In den sieben Weltmeeren befinden sich nach Expertenschätzungen rund drei Millionen Schiffswracks. Dabei handelt es sich unter anderem um Handelsschiffe aus der Kolonialzeit, um Luxusliner oder um U-Boote der Wehrmacht. Forscher gehen davon aus, dass etwa 50.000 dieser Wracks wertvolle Fracht, wie Gold, Münzen, Juwelen oder andere Artefakte geladen hatten. Die Schiffe wurden teils von anderen Flotten versenkt, liefen auf Riffe auf oder konnten schweren Stürmen nicht standhalten.

Versunkene Schiffe üben eine große Faszination aus. Sie erzählen vom Leben in vergangener Zeit, von menschlichen Tragödien, aber sie bergen auch manches Geheimnis – etwa über ihre Fracht. Überall auf der Welt tauchen Forscher nach Wracks. Auch in Deutschland: Allein in der Ostsee liegen vermutlich mehr als 16.000 versunkene Schiffe. Immer wieder kam es hier zu Unglücken, denn die Ostsee, obwohl nicht groß, ist kein leicht zu befahrenes Gewässer. Untiefen, Stürme und schlechtes Wetter machten Schiffen schon immer zu schaffen. Eine Arbeitsgruppe des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Universität Kiel hat sich nun der Untersuchung der Ostseewracks verschrieben.

Forscher hoffen auf Sensationsfund

Eines von ihnen ist das so genannte Seenelkenwrack. Über Jahrhunderte wurde das versunkene Schiff von Seenelken überwuchert – daher sein Namen. Das vier Seemeilen vor der Küste Kiels gelegene Schiff ist das Wrack der „Katharina Maria", offiziell ein dänisches Handelsschiff aus dem 19. Jahrhundert. Im Jahr 1893, auf dem Weg von Dänemark nach Deutschland, sank es westlich der Insel Fehmarn. Seine Ladung war Kalkstein aus einem Steinbruch im dänischen Ort Faxe.

Doch das ist nicht alles: Es heißt, an Bord könnte sich Schmuggelware aus der damaligen Zeit befinden– denn das Schiff gehörte Christian Pedersen Norsk, einem bekannten Schmuggler damaliger Zeit. Herkunft, Untergangsjahr und die offizielle Ladung konnten die Wissenschaftler ermitteln. Schmugglerware wurde anscheinend keine gefunden.

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