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Produktion

Geheime Rezepturen: Die Kunst der Papierherstellung

Die Chinesen erfanden den Stoff mit dem Wissen von Generation zu Generation weitergeben werden konnte: Papier. Lange blieb die Rezeptur ein Staatsgeheimnis. Heute verwandeln Recyclinganlagen altes in frisches Papier.

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Die Erfindung von Papier ist ein Meilenstein in der Geschichte der Menschheit. Auf Papier speichern wir unser Wissen. Bereits seit Jahrtausenden bewahren wir auf ihm wertvolle Informationen auf und geben sie von Generation zu Generation weiter. Die Geschichte des Papiers reicht weit zurück. Sie beginnt vor rund 2.000 Jahren im fernen Asien. Es waren die alten Chinesen, denen die Kunst der Papierherstellung als erstes gelang. Sie benutzten dafür eine Mixtur aus Fasern des Maulbeerbaumes und anderen Pflanzen. Ihre Erfindung hüteten sie lange wie ein Staatsgeheimnis. Erst chinesische Kriegsgefangene verrieten das Rezept. So gelangte es im 14. Jahrhundert über Arabien nach Europa. 
 
Im 14. Jahrhundert entsteht auch in Deutschland die erste Papiermühle. Es war jedoch eine weitere Erfindung notwendig, um dem Papier zu seinem endgültigen Durchbruch zu verhelfen. Im Jahre 1450 baute Johannes von Gutenberg eine Maschine, mit der man Texte vervielfältigen konnte: eine Druckerpresse. Sie machte Bücher innerhalb weniger Jahrzehnte zu wahren Massenartikeln. Eine noch nie zuvor erreichte Vielfalt an unterschiedlichen Schriftstücken war nun für jedermann verfügbar. 

Mühevolle Handarbeit

Die traditionelle Papierherstellung war mühsam und zeitaufwändig. Papiermacher schöpften die einzelnen Blätter von Hand aus einer Fasermasse. Anschließend pressten sie das überschüssige Wasser mit Filztüchern aus dem Blatt heraus und hängten es zum Trocknen auf. Das so entstandene Papier war ein Unikat mit charakteristischem Muster. Erst im 18. Jahrhundert wurde das traditionelle Papierschöpfen von einer neuen Erfindung verdrängt: der Papiermaschine. Der Grundstein für die heutige Papierindustrie war gelegt. Im Papiermuseum in Düren können Interessierte auch heute noch lernen, Papier selbst zu schöpfen oder sogar Möbel aus Papier herzustellen.

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Ein Blick in die Papierfabrik

Der Bedarf an Papier steigt stetig. Allein wir Deutschen verbrauchen durchschnittlich 18 Millionen Tonnen im Jahr. Ein Großteil des dadurch anfallenden Altpapiers wird heute wieder verwertet. Viele Papierfabriken haben sich auf Recycling spezialisiert. Eine davon ist die Papierfabrik UPM – Kymmene in Schongau. Dort liefern LKWs täglich 2.500 Tonnen Altpapier an. Es enthält zu diesem Zeitpunkt noch zahlreiche Verunreinigungen, allen voran Plastik. Eine Siebtrommel filtert diese heraus. Auch die enthaltene Druckerschwärze würde zukünftiges Papier verfärben. Um dies zu verhindern, löst man das Altpapier in Wasser auf. Das Papier zerfällt in einzelne Fasern. Diesen Faserbrei versetzt man mit Seifenstoffen, die die Farbe herauswaschen. Eine Zugabe an Holzspänen – ein Abfallprodukt aus Sägewerken – liefert Nachschub für neue Papierfasern. Papieringenieure achten besonders darauf, dass der Rindenanteil so gering wie möglich ist, da er die Optik im Papier empfindlich stören würde. 
 
Die Firma UPM – Kymmene verfügt über eine der modernsten Papiermaschinen der Welt. In einem ersten Schritt verdünnt sie den Papierbrei mit Wasser und sprüht ihn auf ein Endlosband. Anschließend machen sich Vakuumwalzen daran, den Papierbrei wieder zu entwässern. Bei Temperaturen von 60 Grad durchläuft das frische Papier ein System von Trockenzylindern, wird geglättet und auf Rollen gewickelt. Der Grundstock für neue Tageszeitungen, neue Prospekte und Magazine ist gelegt.

Die Retter der Bücher

Papier ist kein Material für die Ewigkeit. Nach ungefähr 150 Jahren vergilbt es und zerfällt sogar. Wichtige Überlieferungen und Informationen drohen für immer verloren zu gehen. Selbst Tinte kann Papier zerstören. Im Laufe der Zeit kann sie sich zu Rost verwandeln und frisst Löcher in die Seiten.
 
Restauratoren der Universität Jena haben eine besondere Methode entwickelt, Schriftstücke vor dem Tod zu bewahren. Sie tragen eine Gelatinelösung auf ein Blatt auf und spalten es anschließend präzise in der Mitte. Zwischen die beiden Hälften fügen sie ein hauchdünnes Bananenblatt als Skelett ein. Dieses gibt dem Dokument seine Stabilität zurück und macht es zugleich elastisch. Mit einem Wasserbad entfernen sie die Gelatinelösung aus den Seiten. Auch verschwindet so jahrhundertealter Schmutz. Gleichzeitig schützt das Verfahren die Tinte und bewahrt sie vor Rost.
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