Tierwelt

Gefährliche Anakonda: Auf den Spuren der mysteriösen Riesenschlange

Anakondas gehören zu den geheimnisvollsten Schlangen der Welt. Über zwanzig Meter lange Exemplare sollen gesehen worden sein. Nur eine Legende? Tatsächlich weiß niemand, wie groß die Tiere werden können.

Anaconda

© Imago / Nature Picture Library

Anakondas zählen zu den größten Schlangen der Welt. Forscher vermuten sogar, dass sie die schwersten Schlangen überhaupt sind und bis zu hundert Kilo auf die Waage bringen können. Auch zu den längsten Schlangen sollen sie gehören. Dennoch ist nur wenig über das Leben der Anakondas in freier Wildbahn bekannt. Kein Wunder also, dass sich zahlreiche Legenden um die mysteriösen Riesen ranken.

Anakondas gehören zur Familie der Boas und leben vor allem in den Sümpfen und Flüssen Südamerikas, wurden dort aber auch schon in der Nähe großer Städte gesichtet. Die größte Art ist die Große Anakonda. Ausgewachsene Exemplare haben kaum natürliche Feinde. Dabei sind Anakondas nicht giftig – ihre Beute töten sie, indem sie sie umschlingen und erwürgen.

Sie lauern ihren Opfern auf, schleichen sich lautlos an sie heran, um dann blitzartig mit dem Kopf nach vorne zu stoßen. Innerhalb weniger Augenblicke schnellt ihr kräftiger Kiefer hervor und packt zu. Ihre stark nach hinten gekrümmten Zähne verhindern, dass das gefangene Tier entwischt. Dazu wickelt die Schlange ihren Körper um den Körper der Beute und presst deren Brustkorb zusammen, bis die Knochen brechen. So bekommt das Opfer keine Luft mehr und erstickt.
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Die Beute wird unzerkleinert geschluckt

Eine Anakonda verschlingt ihre Beute unzerkleinert und in einem Stück. Ihr hilft dabei ein Trick der Natur: Die Knochen ihres enorm beweglichen Kiefers sind lediglich durch elastische Bänder miteinander verbunden. So kann die Schlange Beutetiere verschlingen, die doppelt so breit sind wie sie selbst. Theoretisch wäre sie sogar in der Lage, einen Menschen zu verspeisen. Normalerweise stehen aber Wasserschweine, Tapire, Ziegen, kleinere Kaimane, Vögel und Echsen auf ihrem Speiseplan. Meist lauern Große Anakondas ihrem Opfer im Wasserlabyrinth des Amazonas auf, denn sie sind hervorragende Schwimmer.

Merkwürdiges Paarungsverhalten

Auch das Paarungsverhalten der Tiere gibt Forschern noch Rätsel auf. Anakondas sind Einzelgänger – wie Männchen und Weibchen in den Weiten Südamerikas zusammenfinden, konnte bislang nicht genau geklärt werden. Am Ende landen aber meist mehrere Männchen beim selben Weibchen. Beim Geschlechtsakt wird es dann von bis zu zwölf Männchen gleichzeitig umschlungen – ein sogenannter Reproduktionsknoten. Durch Schubsen und Schieben versuchen die Konkurrenten, sich gegenseitig aus dem Rennen zu drängen. Ineinander verkeilt, verbringen sie zwischen zwei und vier Wochen. Welches der Männchen dann letztlich zum Zug kommt, und ob ein Männchen oder mehrere Männchen das Weibchen befruchten – auch das bleibt derzeit noch eines der vielen ungelösten Rätsel der Anakonda. 

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