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Aberglaube

Freitag, der 13. - Bringt der Tag doch Unglück?

Freitag, der 13. Januar 2012: Vor der Küste Italiens rammt das Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" einen Felsen, mindestens 30 Menschen sterben. Das Datum, so heißt es seit langem, bringe Unglück mit sich. Und im Jahr 2017 fallen gleich zwei Freitage auf einen 13.

Freitag der 13.

© istock/johnjohnson

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Heute ist es wieder soweit: wir haben Freitag, den 13. Vielen Menschen läuft allein beim Gedanken daran ein Schauer über den Rücken – denn dieses Datum symbolisiert Unglück. Manche fürchten diesen Tag so sehr, dass sie wichtige Termine absagen oder sich gar nicht aus dem Haus trauen. Diese krankhafte Angst hat sogar einen Namen: Paraskavedekatriaphobie.

Doch was ist dran an diesem vermeintlichen Unglückstag? Tatsache ist, dass es am Freitag, den 13. Januar 2012 tatsächlich zu einem Unglück kam: Der Luxusliner "Costa Concordia" mit über 4.000 Menschen an Bord lief vor Italien auf Grund. 30 Menschen kamen bei der Katastrophe ums Leben, viele wurden verletzt - und einige gelten immer noch vermisst.

In diesem Jahr erleben wir gleich zwei dieser Unglückstage: Im Januar und Oktober fällt der Freitag auf einen 13.. Im Jahr 2015 hatten wir sogar drei Unglückstage - eine seltene Häufung: Nur in Schaltjahren, die mit einem Sonntag starten, oder in regulären Jahren, die an einem Donnerstag beginnen, ist das möglich. Einige Menschen fürchten die 13 inzwischen so sehr, dass es in manchen Hotels keine Zimmer mit dieser Nummer gibt, in Hochhäusern das 13. Stockwerk fehlt oder Flugzeuge ohne Reihe 13 starten. Doch warum hat dieser Tag im Volksglauben einen so schlechten Ruf?

Die 13 - das "Dutzend des Teufels"

Fest steht: Bis heute gilt die Zahl 13 als Unglückszahl. Die 13 ist eine Primzahl und nur durch die Eins und sich selbst teilbar. Allein das verleiht ihr schon eine besondere Stellung im Zahlensystem. Außerdem steht sie über der 12, die früher die göttliche und auch die jahreszeitliche Ordnung repräsentierte: Es gibt 12 Apostel, 12 Monate und mit 12 Gegenständen war das Dutzend voll. Die 13 brachte diese Ordnung durcheinander und wurde deshalb auch im Volksmund als das "Dutzend des Teufels" bezeichnet.

Die jüdische Kabbala kennt die Zahl 13 ebenfalls. Sie ist die Summe aller bösen Geister. Kein Wunder, dass im Volksglauben "der Dreizehnte" ein Synonym für den Teufel ist. Zumal der 13. Gast beim letzten Abendmahl von Jesus Christus der Verräter Judas war. Neben allem Aberglauben gibt es einige Absonderlichkeiten rund um die Zahl 13, die weit in unser alltägliches Leben hineinreichen, für die es aber nur zum Teil eine rationale Erklärung gibt. Ein Beispiel: Entgegen jeder mathematischen Wahrscheinlichkeit ist die 13 die mit Abstand am seltensten gezogene Zahl bei der deutschen Lotto-Ziehung sechs aus 49.

Religiöser Unglückstag

Der schlechte Ruf des Freitags hat ebenfalls einen religiösen Ursprung. An einem Freitag wurde Christus ans Kreuz genagelt und auch Adam und Eva sollen an einem Freitag von den verbotenen Früchten vom Baum der Erkenntnis genascht haben. Diese Ereignisse führten dazu, dass Kinder, die an einem Freitag geboren wurden, als Unglückskinder galten. Begannen ein Jahr oder ein Monat mit einem Freitag, konnten sie nur Unglück bringen.

An einem Freitag, den 13., verbinden sich also gleich zwei Unheilsbringer, eine Kombination, die vielen Menschen Angst macht. Eine Auswertung der Krankmeldungen der Jahre 2006 bis 2008 ergab, dass an einem Freitag, dem 13., drei- bis fünfmal mehr Arbeitnehmer krankgeschrieben waren als im Durchschnitt. Und das Risiko, an einem Freitag, den 13., einen Unfall zu erleiden, liegt um ein Vielfaches über dem Durchschnitt.

Der "schwarze Freitag" in der Geschichte

Freitag, der 13. Oktober, im Jahr 1307: In ganz Westeuropa gellen die Schreie misshandelter Tempelritter aus den Folterkammern der Inquisition. Auf Befehl des französischen Königs hatte der Papst sie als Teufelsanbeter exkommuniziert. Tausende starben den Feuertod. Damit ging der reichste Ritterorden der Geschichte unter.

Berühmt ist auch der "Black Friday" vom 25. Oktober 1929: Der amerikanische Börsencrash stürzte zahlreiche Menschen in Armut. Und Unfall auf der Apollo 13 ereignete sich an einem Freitag, den 13.. Schnell entwickelte sich dieses Datum zu einem unerschöpflichen Thema für die Medien. Er stand Pate für Horrorfilmtitel und Gruselgeschichten. Auch Computerhacker haben ein besonderes Faible für dieses Datum: Freitag, der 13. ist ein beliebter Termin für die Aktivierung von Computerviren.

Laut Statistik ein ganz normaler Tag

Letztlich hat aber die Auswertung von Unfalldaten ergeben, dass sich an einem Freitag, den 13. nicht mehr Verkehrsunfälle mit schwerem Sachschaden ereignen als an anderen Tagen. Und auch nicht überall auf der Welt ist der Freitag, der 13., ein Unglücksdatum. In Spanien, Griechenland und Lateinamerika (außer Brasilien) sind Dienstage, die auf den 13. fallen, gefürchtet. Und die Italiener ängstigen sich vor Freitag, den 17.

Dass es trotzdem immer wieder zu Unglücken an diesem Tag kommt, dürfte Zufall sein - oder durch selektive Wahrnehmung entstehen. An anderen Tagen bringen wir die Katastrophe einfach nicht mit dem Datum in Verbindung. Viele Psychologen erklären das Phänomen auch als selbsterfüllende Prophezeiung - weil wir uns vor einem Unfall fürchten, verursachen wir ihn. Das ist ein Beweis dafür, wie mächtig Aberglaube noch immer sein kann.

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