Lebensmittel

Flüssiges Gold: So gesund ist Olivenöl

Seit Jahrtausenden verehren Menschen den Ölbaum und seine Frucht. Olivenöl ist aber nicht nur ein beliebtes Nahrungsmittel, sondern macht auch gesund und schön. In der Antike sagte man dem „flüssigen Gold“ sogar medizinische Superkräfte nach.

© iStock-dulezidar

Darüber hinaus konnte eine französische Studie aus dem letzten Jahr nachweisen, dass Olivenöl tatsächlich vor einem Herzinfarkt schützt, was zuvor als verbreiteter Mythos galt. Zwar gab es schon lange einen eindeutigen statistischen Zusammenhang zwischen mediterraner Kost und einer geringeren Herzinfarktrate. Doch nun konnte die breit angelegte Untersuchung der Universität von Bordeaux zeigen, dass das Olivenöl dabei eine zentrale Rolle spielt.

Vorsicht beim Kauf

Dennoch gilt: Auch das beste Olivenöl kann eine ansonsten ungesunde Ernährungs- oder Lebensweise nicht wettmachen. Ärzte raten deshalb zu einem ausgewogenen Verzehr. Im Handel findet man Olivenöl mit unterschiedlichen Bezeichnungen. Wie hochwertig und damit auch gesund ein Öl ist, zeigt der Säuregehalt. Er sollte so gering wie möglich sein.

  • Natives Olivenöl Extra: Das gepresste Öl aus der Frucht des Olivenbaumes hat einen Säuregehalt von höchstens 0,8 Gramm je 100 Gramm. 
  • Natives Olivenöl: Das gepresste Öl aus der Frucht des Olivenbaumes hat einen Säuregehalt von maximal 2 Gramm je 100 Gramm. 
  • Olivenöl: Öle, die nicht als Native Olivenöle klassifiziert werden können, werden physikalisch gereinigt (raffiniert), und anschließend mit Nativem Olivenöl vermischt. Ihr Säuregehalt liegt bei maximal 3 Gramm je 100 Gramm.
Kenner zelebrieren den Genuss von gutem Öl wie die Verkostung eines guten Weins. Kein Wunder – es gibt über tausend Olivensorten mit unzähligen verschiedenen Geschmacksrichtungen. Neunzig Prozent aller Olivenbäume werden allein für die Produktion von Olivenöl angebaut. Doch der Anbau braucht viel Zeit: Olivenbäume werden mehrere Hundert, in Einzelfällen sogar tausend Jahre alt. Erst nach dem siebten Jahr tragen sie langsam Früchte, im zehnten Jahr werden sie rentabel. Vom vierzigsten bis zum hundertsten Lebensjahr entfalten Ölbäume ihre volle Fruchtbarkeit – mit 70 bis 75 Kilogramm Oliven pro Ernte.

Entzündungshemmend und vorbeugend

Kaltgepresstes Olivenöl wurde nachweislich bereits in der Antike als Medizin verwendet. Plinius der Ältere schwor darauf, ebenso Ramses der Zweite, Herrscher von Ägypten. Olivenöl galt als so wichtig, dass es im Alten Rom sogar – neben Getreide – kostenlos an Bedürftige abgegeben wurde. Damals diente es vor allem als Grundlage für verschiedene Arten von medizinischen Salben, die Entzündungen lindern und Juckreiz stillen sollten. Auch heute noch reibt sich man in Italien damit ein: Hier soll Olivenöl bei Muskelkrämpfen, Hautausschlägen oder sogar bei Schmerzen helfen. Und bis heute ist Olivenöl in zahlreichen Haut- und Haarkosmetikprodukten enthalten. 

Tatsächlich ist die fiebersenkende und entzündungshemmende Wirkung des Olivenöls seit Langem bekannt. Dennoch steckt die wissenschaftliche Erforschung der über tausend aktiven biologischen Wirkstoffe noch in den Kinderschuhen. Erst 2005 entdeckten Forscher von der Universität von Pennsylvania im Olivenöl den Wirkstoff Oleancanthal, der ähnlich entzündungshemmend wirkt wie Ibuprofen. Auch soll es vor Gefäßkrankheiten schützen: Das in Olivenöl enthaltenen Alpha-Tocopherol, eine Form von Vitamin E, wirkt als Fänger freier Radikale.

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