Kriminalität

Einbrecherschutz: Tipps zur richtigen Überwachungskamera

Seit 2006 steigt die Zahl der jährlich verübten Einbrüche in Deutschland stetig an. Kein Wunder, dass immer mehr Hausbesitzer aufrüsten, um sich vor Einbrechern zu schützen. Ein wesentliches Element ist dabei die Überwachungskamera.

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Waren es im Jahr 2006 noch 106.000 Einbrüche, zählten die Behörden in 2016 schon knapp 170.000 Taten – Tendenz steigend. Wer sich davor schützen möchte, sollte sich eine Überwachungskamera zulegen. Wählt man ein passendes Modell mit der richtigen Technik, lassen sich Einbrüche verhindern oder – im Fall der Fälle – wenigstens aufklären.

Die beliebtesten Strategien der Einbrecher

In der dunklen Saison, zwischen Oktober und Januar, sind Einbrecher am aktivsten. Früher wurde vor allem nachts eingebrochen, mittlerweile passieren fast genauso viele Delikte am helllichten Tag. In der Regel versuchen die Kriminellen, über Fenster oder Terrassen- beziehungsweise Balkontüren ins Innere zu gelangen – zumindest, wenn es sich um ein Einfamilienhaus handelt. Bei Mehrfamilienhäusern dringen sie über die Eingangstüre ein. Das Aufhebeln ist die gängigste Methode, sich unerlaubten Zugang zu verschaffen. Von diebischem Interesse sind vor allem klassische Wertsachen wie Bargeld, Uhren, Schmuck und Kunstwerke. Um gravierende Verluste zu verhindern, sollte man Gegenmaßnahmen treffen - unter anderem mit einer geeigneten Überwachungskamera.

Vorteile einer funktionstüchtigen Überwachungskamera

Eine funktionstüchtige Überwachungskamera bringt zwei entscheidende Vorteile mit sich:

  1.  Sie dient als Abschreckungsmittel. Erblickt ein Einbrecher die Kamera, prüft er vielleicht kurz, ob es sich um eine Attrappe handelt oder nicht. Stellt er fest, dass er es mit einem funktionierenden (und qualitativ überzeugenden) "Widersacher" zu tun hat, wirft er seine Pläne häufig ganz schnell über Bord und verlässt das Grundstück.
  2. Sie liefert wertvolle Hinweise, wenn es doch einmal zu einem Einbruch kommt. Manchmal bemerkt der Kriminelle die Kamera nicht oder ignoriert sie schlichtweg. Dann können die Aufzeichnungen die Aufklärung des Falles in hohem Maße unterstützen und beschleunigen. Dies klappt natürlich nur mit dem richtigen Produkt.

Welche Eigenschaften eine Überwachungskamera erfüllen muss

Die wesentlichen Kriterien einer geeigneten Überwachungskamera beziehen sich auf die Übertragungsart, die Bildqualität, die Nachtsichtfunktion, die Bewegungserkennung und den Einsatzort. Hier finden Sie detaillierte Informationen zu den häufigsten Fehlern beim Kauf einer Überwachungskamera und allen (wirklich) bedeutsamen Charakteristika:

  •  Übertragungsart
Zwar gibt es für den privaten Gebrauch relativ preisgünstige Funk-Überwachungskameras oder WLAN-Kameras. Diese sind jedoch nur bedingt zu empfehlen. Dem Vorzug der leichteren Installation (keine Verkabelung notwendig) stehen nämlich mehrere Nachteile gegenüber: Verbraucher bestätigen immer wieder, dass diese Produkte vielleicht zur Live-Überwachung des Haustieres taugen, nicht aber zur Aufzeichnung durchgehender, störungsfreier und klarer Bilder, wenn es wirklich darauf ankommt. Eine Aufzeichnung zur Beweissicherung ist nicht möglich. Zudem können solche Modelle gehackt werden, wenn ihr Signal unverschlüsselt ist. Deshalb sind professionelle Kameras mit gesicherter Verkabelung zu bevorzugen.

  • Bildqualität
Bedeutsam ist der Kauf einer Kamera mit einer ausreichend hohen Auflösung. 1K 2 Megapixel Modelle gelten inzwischen als Mindeststandard, werden allmählich aber durch 2K 4 Megapixel Ausführungen abgelöst. Grundsätzlich gilt: Je besser die Bildqualität sein soll, desto größer sind die Daten, die abgespeichert werden müssen. Dabei ist ein Speichermedium (z.B. Computerfestplatte) erforderlich, das diese Mengen problemlos aufnehmen kann.

  •  Nachtsichtfunktion
Einbrüche werden nicht selten bei Dunkelheit verübt. Deshalb sollte die Überwachungskamera über eine Nachtsichtfunktion verfügen. Infrarot-LEDs erlauben es, bei herrschender Dunkelheit erstklassige Schwarz-Weiß-Aufnahmen aufzuzeichnen. Bis auf welche Entfernung die Letztgenannten brauchbar sind, hängt zum einen von der Anzahl und Stärke der Infrarot-LEDs und zum anderen von der Lichtempfindlichkeit des Kamerasensors ab. Für bessere Bilder bei Nacht ab 10 Meter Entfernung empfiehlt sich je nach Größe des zu überwachenden Bereiches auch die Installation zusätzlicher Infrarot-LED-Scheinwerfer.

  •  Bewegungserkennung
Das Überwachungskamera-System für das Privatgrundstück verfügt über Bewegungserkennung, um Daten bei der Aufzeichnung zu sparen. Ist diese Funktion vorhanden, nimmt der Rekorder nur dann auf, wenn sich im Sichtbereich der Kamera etwas bewegt. Was natürlich mit einem praktischen Vorteil einhergeht: Das Sichten der gespeicherten Aufnahmen gestaltet sich erheblich leichter beziehungsweise aufwandsärmer, da man weit weniger Material prüfen muss. Jedoch sollte man beim Kauf darauf achten, ein System mit Bewegungserkennung zu wählen. Aber Achtung: Meist suggeriert die Werbung noch mit dem „E-Mail-Versand“ eine Alarmanlagenfunktion. Diese ist in der Praxis jedoch nicht vorhanden, da die Bewegungserkennung von Überwachungskamera-Systemen auf alle möglichen Bildänderungen reagieren wie z. B. Tiere, bewegte Sträucher und Bäume im Wind, Vögel und Insekten direkt vor der Kamera. Somit erhält man dutzende E-Mails am Tag, auch wenn keine Einbrecher auf dem Gelände sind. Dazu wäre eine Alarmanlage mit Außenbewegungsmelder zu nutzen.

  •  Einsatzort
Überwachungskameras können sowohl im Haus als auch außerhalb genutzt werden. Um für den Einsatz im Freien geeignet zu sein, muss die entsprechende Ausführung mindestens der Schutzklasse IP 65 (staubdicht und wasserabweisend) angehören. Noch besser ist die Schutzklasse IP 66, die das Gerät sogar vor starkem Strahlwasser schützt. So kann man die Kamera dauerhaft anwenden, auch bei schlechten Witterungsbedingungen.

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Weitere Tipps zum Kauf und der Installation einer Überwachungskamera

Neben den grundlegenden Charakteristika gibt es noch einige weitere Merkmale, die in Bezug auf den Kauf und die Installation einer Überwachungskamera wesentlich sind.

  • In Innenräumen werden bevorzugt weiße oder silbergraue Domkameras verwendet. Sie lassen sich unscheinbar an Decken oder Wänden anbringen.
  • Für den Außenbereich empfehlen sich Kameras mit Wandarm. Dieser hilft, die Überwachungskamera besser auszurichten und gewährleistet eine stärkere Nachtsicht. Dies realisieren die bei diesen Ausführungen deren größeren Gehäuse, die viele Nachtsicht-LEDs fassen können.
  • Ein einstellbarer Blickwinkel ist von Vorteil. So kann man die Eigenschaft gezielt an die Erfordernisse anpassen. 
       Nahbereich: 100 bis 30 Grad = maximal zehn Meter
       Fernbereich: 30 bis 15 Grad = maximal 30 Meter
       Super-Fernbereich: 30 bis 5 Grad = maximal 80 Meter

  • Die Überwachungskamera sollte so niedrig wie möglich installiert werden. Nur so bietet sie die optimale Perspektive zur Personenerkennung sowie die beste und weiteste Nachtausleuchtung. Nichtsdestotrotz muss natürlich eine Mindesthöhe eingehalten werden, um Sabotage zu verhindern. Drei bis dreieinhalb Meter sind dabei ein guter Richtwert für den Nahbereich.
  •  Auf motorisierte Überwachungskameras, die sich ständig drehen, sollte man verzichten - aus einem nachvollziehbaren Grund: Bei einem solchen Modell passt der schlaue Einbrecher einfach den Moment ab, in dem die Kamera von der Tür oder dem Fenster wegzeigt und mogelt sich ungesehen ins Hausinnere.

Ist die Videoüberwachung überhaupt erlaubt?

An und für sich spricht rechtlich nichts dagegen, eine Überwachungskamera auf dem eigenen Grundstück anzubringen – allerdings nur, wenn sie keine Aufnahmen von Gebieten macht, die außerhalb des privaten Areals liegen. Des Nachbars Garten oder der öffentliche Gehweg sollten also nicht im Bild zu sehen sein, ansonsten kann man unter Umständen Ärger bekommen durch die Verletzung des Persönlichkeitsrechtes von aufgenommenen Personen. Insofern sollte man bei der Installation darauf achten, dass dieses Gesetz eingehalten wird. Im Zweifelsfall ist es besser, vor Inbetriebnahme der Überwachungskamera einen Anwalt zu kontaktieren.

Fazit

Es ist schön, ein Haus oder eine Eigentumswohnung zu besitzen. Umso mehr sollte man sich mit dem Thema Sicherheit befassen und in Anbetracht der vermehrten Einbrüche die notwendigen Vorkehrungsmaßnahmen treffen. In diesem Zusammenhang ist die Anschaffung einer Überwachungskamera ratsam. Dabei gilt es, das richtige Modell mit der passenden Technik für die individuellen Anforderungen zu ermitteln. Nur so erzielt man den gewünschten Schutz.

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