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Mythen der Tierwelt

Die Legende vom Monsterfisch: Wie gefährlich sind Welse?

Drei Meter lang kann der Wels werden und ist damit der größte aller Süßwasserfische. Es kursieren viele Schauergeschichten um den riesigen Räuber. Aber stimmt es, dass er sogar lebende Hunde und Kleinkinder verschlingt?

Wels

© iStock/abadonian

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Furchteinflößend sieht er tatsächlich aus, der Wels: Mit seinem mächtigen Körper, dem großen Maul und den Bartfäden, die wie Antennen von seinen Kiefern abstehen, wirkt er wie ein Monster aus der Urzeit. Zu Recht? Im Magen der Fische fand man schon Hunde oder sogar menschliche Leichenteile – und in Ostdeutschland brach ein Wels einem Taucher, der in sein Revier eingedrungen war, die Rippen. Sind die Fische gefährliche Killer?

Der lichtscheue Wels ist der größte Süßwasser-Räuber. Exemplare von bis zu drei Metern Länge und über hundert Kilo wurden schon entdeckt. Damit übertrifft der Wels jeden Hecht oder Karpfen. Außerdem kann er bis zu achtzig Jahre alt werden. Seine Haut ist schuppenfrei und mit einer Schleimschicht bedeckt. Auf seinem Speiseplan steht nahezu jeder Wasserbewohner: Er ist ein Allesfresser.

Kein großer Esser

Verglichen mit Säugetieren derselben Größe hält sich der Appetit des Welses jedoch in Grenzen. Denn als wechselwarmes Tier braucht er keine Energie, um seinen Körper zu erwärmen. Seine Körpertemperatur passt sich immer der Umgebung an. Ein Wels von fünfzig Kilogramm muss deshalb im Jahr nur sechzig bis siebzig Kilogramm Nahrung zu sich nehmen. Das heißt, jede Woche schwimmt er einmal für zehn Minuten auf die Jagd. Danach ist er satt und kann sich den Rest der Woche ausruhen.

Mörderische Gefahr aus der Tiefe?

„Mörderfische“, wie sie die Boulevardpresse genannt hat, sind aber Welse nicht. Eigentlich sind nicht einmal besonders aggressiv; sie schnappen nur zu, wenn sie sich während der Laichzeit im Mai und Juni bedrängt fühlen. Menschen können sie damit aber nicht gefährlich werden: Welse haben eng aneinander liegende, stummelig-spitze Zähnchen, mit denen sie keine Körperteile abreißen könnten. Auch Kinder oder Hunde, die im Wasser spielen, sind nicht in Gefahr. Die Überreste, die man in Welsmägen fand, stammten ausnahmslos von bereits verstorbenen Menschen und Tieren.

Welse lieben es warm und schmutzig

Die Urheimat des Riesenfisches ist das Donaubecken in Rumänien. Von hier aus hat er sich über Europa und Westasien verbreitet. In Deutschland ist er heute in den meisten größeren Flüssen und in vielen Naturseen zu Hause. Der Wels liebt eher wärmere Wassertemperaturen und schlammige Versteckmöglichkeiten. In Deutschland leben deshalb die meisten Welse im Neckar – er ist der wärmste deutsche Fluss ist mit einer Durchschnittstemperatur von 16 Grad.

Sowohl bei Anglern als auch in Restaurants ist der Wels inzwischen sehr beliebt. Er hat ein wohlschmeckendes weißes, vor allem aber grätenfreies Fleisch, was ihn zu einem hoch geschätzten Speisefisch macht.
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