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Erdbeben

Der Pazifische Feuerring: Leben mit der drohenden Apokalypse

Neunzig Prozent aller Erdbeben ereignen sich hier: auf dem Pazifischen Feuerring, einem 40.000 Kilometer langen Gürtel, der sich von Neuseeland über den südostasiatischen Raum, Japan, Russland bis nach Nord-, Mittel- und Südamerika zieht. Drei Viertel aller Vulkane der Erde reihen sich wie Perlen auf einer Schnur auf ihm entlang. Wie leben die Menschen mit der ständigen Bedrohung?

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Erdbeben erinnern uns daran, dass sich die Erde ständig verformt. Seit Urzeiten treiben große Teile der Erdkruste, manche sind größer als ein ganzer Kontinent, mit wenigen Zentimetern pro Jahr als Platten langsam um den Globus. Sie bewegen sich kaum schneller, als ein Fingernagel wächst und können doch gigantische Energien freisetzen. Denn wo die Platten aufeinandertreffen, kommt es zu starken Spannungen, Erdbeben entstehen, Vulkane, ganze Gebirge werden aufgeworfen.
 
Besonders intensiv sind diese Spannungen rund um den hufeisenförmigen Pazifischen Feuerring, der sich von Neuseeland über den südostasiatischen Raum, Japan, Russland bis nach Nord-, Mittel- und Südamerika zieht. Überall entlang dieses Gürtels stoßen tektonische Platten aneinander. So entstehen Schwächezonen, an denen flüssiges Magma aus dem Erdinneren emporsteigen kann – Vulkanausbrüche und heftige Erdbeben sind die Folge.

Vom Jahr ohne Sommer zum Big One

Besonders schlimm traf es Indonesien in der Vergangenheit: 1812 starben 11.000 Menschen beim Ausbruch des Vulkans Tambora, weitere 49.000 starben anschließend weltweit durch Seuchen und Missernten. Das darauffolgende Jahr ging als Jahr ohne Sommer in die Geschichte ein. Und nur siebzig Jahre später erwischte es die mit 240 Millionen Einwohnern viertgrößte Nation der Welt erneut: 1883 kamen beim Ausbruch des Krakatau mehr als 36.000 Menschen ums Leben. Die Energie des Ausbruchs dürfte zwischen 200 und 2.000 Megatonnen TNT gelegen haben, was etwa 10.000 bis 100.000 Hiroshima-Bomben entspricht. Wellen von bis zu 40 Meter Höhe (Tsunami) waren die Folge, die Explosionsgeräusche konnte man noch auf der 3.000 Kilometer entfernten Insel Rodrigues nahe Mauritius hören. Auch 2018 traf es Indonesien hart: Mehrere Tausend Tote nach Tsunami und Erdbeben auf den Inseln Sulawesi, Sumatra und Java sowie mehr als hundert Opfer nach dem Erdbeben auf der Insel Lombok.
 
In der Millionenmetropole Los Angeles ist ein Erdbeben überfällig. Doch niemand kann vorhersagen, wann genau sich diese Riesenerschütterung ereignen wird. Wissenschaftler befürchten, dass The Big One sogar die Stärke 10 auf der Richterskala erreichen könnte und sie vermuten auch, dass vor allem die südkalifornischen Metropolen Los Angeles und San Diego betroffen sein werden. Die Folgen für die Region könnten verheerend sein – jährlich findet deshalb eine großangelegte Katastrophenschutzübung statt. Aktuelle Prognosen rechnen, trotz aller Sicherheitsvorkehrungen, mit bis zu 18.000 Toten. 

Naturkatastrophen auf dem Pazifischen Feuerring sind weder für Wissenschaftler eine Überraschung, sie gehören auch zum Alltag der Menschen, die hier leben. Sie wissen: Je länger die Erde ruht, desto größer wird die Spannung, mit der sich die Platten verzahnen. Entlädt sich diese Energie plötzlich und ohne Vorwarnung, kommt es zur Katastrophe. Doch die Hoffnung, ein solches Unglück möge sich nicht zu ihren Lebzeiten ereignen, sondern vielleicht erst in vielen tausend Jahren – einem Wimpernschlag in geologischer Zeitrechnung – hält sie dort. 
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