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Partnerschaft

Der Partner fürs Leben: Auf der Suche nach dem Liebesglück

Weniger als einmal im Monat Sex – die Hälfte aller Singles unter 40 hat eine magere Erfolgsbilanz. Grund genug, sich schnell den Partner fürs Leben zu suchen. Doch haben wir wirklich die freie Wahl?

© iStock-sunemotion

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Rund 20 Millionen Singles leben in Deutschland – aber nicht jeder will es wirklich sein. Ein Großteil der Alleinlebenden sehnt sich nach Familie oder fester Zweierbeziehung. Sie geht also weiter, die Jagd nach dem anderen Geschlecht. Die Auswahlkriterien sind vielfältig: Männer achten auf Figur und Haare, Frauen auf Körpergröße, sozialen Status und Treue. Beide schätzen Humor und Selbstsicherheit. Und beide werden schwach, wenn der andere sie bewundert und umschmeichelt – auch wenn er nicht ihrem Idealbild entspricht.

Gleich und gleich gesellt sich gern

Partnerschaftstests der Uni Wien beweisen: Ähnliche Partner ziehen sich an und haben stabilere Beziehungen. Gemeinsamkeiten schaffen Selbstbestätigung und ein „Wir-Gefühl“, verleihen Exklusivität, Nähe und Intimität. Deshalb suchen wir Menschen, die ähnlich attraktiv und gebildet sind wie wir, also den gleichen „Marktwert“ haben. Wichtig sind auch gemeinsame Hobbies und eine ähnliche Weltanschauung. Die Umfrage einer deutschen Zeitschrift belegt: 60 Prozent aller glücklichen Paare haben denselben Humor. 
 
Auch Gegensätze wirken anziehend – allerdings nur kurzfristig. Wenn der schüchterne Postbeamte seinen Blick nicht mehr von der quirligen Werbefachfrau lassen kann, ist „Projektion“ im Spiel: Er sucht in ihr die Eigenschaften, die er selbst an sich vermisst. Nach einiger Zeit jedoch kann ihm ihr Redefluss auf die Nerven gehen. 

Das Erbe der Eltern

Manche Menschen fallen immer wieder auf bestimmte „Typen“ herein. Töchter von Alkoholikern zum Beispiel wählen oft Männer, die latent alkoholgefährdet sind. Die Ursache liegt in der ungelösten Kindheitsbeziehung zu einem Elternteil. Im Laufe des Lebens passen viele Suchende ihr Idealbild mehr den Realitäten an. Menschen mit niedrigem Selbstwertgefühl begnügen sich sogar oft mit der „zweite Wahl“: So ist das Risiko, verlassen zu werden, erträglicher. Über die Hälfte der Deutschen lernt ihren Partner am Arbeitsplatz kennen, ein weiteres Viertel über Freunde und Vereine: Gelegenheit macht Liebe.

Liebe geht durch die Nase

Achselschweiß von Männern wirkt auf Frauen luststeigernd: Das zumindest ist das Ergebnis einer Studie des Berner Zoologen Claus Wedekind. Für seine Forschungen ließ er Frauen an verschwitzten T-Shirts schnüffeln, die verschiedene Männer zwei Nächte lang getragen haben. Der T-Shirt-Test beweist: Frauen, fühlen sich zu bestimmten Schweißgerüchen hingezogen. Sie können diejenigen „besser riechen“, deren Immunsystem gegensätzlich zu ihrem eigenen ist. Als Duftmarke fungieren winzige Anhängsel auf der Oberfläche unserer Abwehrzellen: die sogenannten MHC-Moleküle. Sie sind wichtig beim Kampf gegen Viren und Parasiten. Dass sich Partner mit unterschiedlichen MHC-Molekülen anziehen hat einen möglichen Vorteil: Ihre Kinder sind immunologisch vielfältiger und widerstandsfähiger. 

Unterlippe als Schönheitsideal

Freie Partnerwahl ist eine Illusion – sagen die Biologen. Die Natur habe uns so programmiert, dass wir möglichst viele unserer eigenen Gene weitervererben wollen. Zum Beispiel lieben Männer den Anblick weiblicher Jugend und wohlgeformter Hüften: Ein Hinweis für eine ausreichende Beckengröße im Fall einer Schwangerschaft. 
 
Was schön ist, definiert jedoch weitgehend die Kultur. Bei einigen afrikanischen Völkern gelten die Länge des weiblichen Halses oder die Größe der Unterlippe als Schönheitsideal. Islamischen Kulturen achten noch heute auf die intakte Jungfernschaft der Braut. Überhaupt sind kulturelle Bande – und Grenzen – stark: Nur zwei bis drei Prozent aller heiratswilligen Bundesbürger schließt eine „interkulturelle“ Ehe mit Türken, die in Deutschland aufgewachsen sind.

Streiten bis die Fetzen fliegen

Wenn nach drei bis sechs Monaten der romantische Taumel der Verliebtheit verblasst, zählen andere Dinge für eine alltagstaugliche Partnerschaft: Verständnis und Respekt für den anderen. Und gemeinsame Lebensziele, wie zum Beispiel der Wunsch nach Kindern. Eine Beziehung ist ein „Zweckbündnis“: Geben und Nehmen muss ausgeglichen sein. 
 
Gute Kommunikation ist das Herz jeder Partnerschaft, Kommunikationsprobleme sind der häufigste Scheidungsgrund. Zuhören und aufeinander eingehen will ebenso gelernt sein, wie seine Wünsche und Probleme mitzuteilen: Von der gemeinsamen Wohnungseinrichtung bis zum Sex. Das deutsche Durchschnittspaar – so eine Studie der Bundesregierung – redet am Tag über persönliche Dinge allerdings nur zwei Minuten. 
 
Auch Streiten will gelernt sein. Fetzen dürfen fliegen, doch sollte man konstruktiv bleiben: Über die Sache reden, anstatt sich persönlich beschuldigen und verletzen. Das Forscherehepaar Janice Keicolt-Glaser und Ronald Glaser von der Universität Ohio untersuchte bei frisch verheirateten Paaren den Einfluss von Konfliktverhalten auf das Immunsystem. Paare mit negativem Konfliktverhalten, die sich während einer Debatte beleidigten und abwerteten, hatten direkt danach Anzeichen eines geschwächten Immunsystems: Ihre „natürlichen Killerzellen“ – spezielle weiße Blutkörperchen – fiel deutlich ab. Positive Paare leben also gesünder.

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