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Allgäu

Der Löwenmensch: Wo wurde vor 41.000 Jahren der Götterglaube geboren?

Rund 260 kleine Splitter eines Mammutstoßzahns – das ist alles, was Otto Völzing 1939 in einer Karsthöhle des Hohlensteins im Allgäu entdeckt. Schnell wird dem Deutschen klar, dass man die Bruchstücke aus Elfenbein zusammenfügen muss, um ihrem Geheimnis auf die Spur zu kommen.

© imago-Wilhelm-Mierendorf

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Doch am 25. August wird die Ausgrabung wegen des Zweiten Weltkrieges abgebrochen. Die Splitter verschwinden in einem Archiv. Erst 30 Jahre später untersucht der Prähistoriker Joachim Hahn die 260 Elfenbeinsplitter. Etwas Vergleichbares hat er noch nie gesehen. Zusammengefügt ergeben sie eines der frühesten Kunstwerke der Menschheit. Das Alter: knapp 41.000 Jahre. Doch noch fehlen Teile, die Höhle wird ein weiteres Mal untersucht – mit Erfolg. 

Mithilfe der zusätzlichen Bruchstücke gelingt es der Paläontologin Elisabeth Schmid, Gesicht und Schnauze der Figur zusammenzusetzen. Sie zeigt ein Mischwesen aus Mensch und Höhlenlöwen, den damals größten natürlichen Feind der Menschen. Diese Verschmelzung von Tier und Mensch legt den Forschern nahe, dass die Skulptur eine religiöse Figur darstellt – so wie die Gottheiten der Ägypter. Doch die sind deutlich jünger. Der Historiker Neil MacGregor ist sich deshalb sicher: „Der Löwenmensch steht für das früheste religiöse Denken der Menschheit.“ Und dieser Götterglaube beginnt im Allgäu.

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