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Demenz

Das verschwindende Ich: Wie Alzheimer die Persönlichkeit zerstört

Vor mehr als 100 Jahren wurde die Alzheimer-Krankheit erstmals beschrieben, noch immer ist sie nicht heilbar. Doch Experten betonen: Ganz machtlos sind die Betroffenen im Kampf gegen das Leiden nicht.

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Wo ist mein Haustürschlüssel? Wie heißt nochmal mein Enkelkind? Solche Gedanken gehen Alzheimererkrankten durch den Kopf. Was Betroffenen in all den Jahren so leichtgefallen war, geht auf einmal nicht mehr. Auf alltäglichen Wegen verlieren sie immer öfter die Orientierung oder vergessen die Namen ihrer Verwandten. Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz: Bundesweit sind laut der Deutschen Alzheimergesellschaft (DALZG) etwa 1,6 Millionen Menschen an Demenz erkrankt, zwei Drittel davon an Alzheimer. Und weil es immer mehr alte Menschen gibt, steigt die Zahl der Patienten des oft altersbedingten Leidens. Nach Hochrechnungen wird sich bis 2050 die Anzahl der Betroffenen auf rund drei Millionen erhöhen, wenn kein Durchbruch bei der Behandlung gelingt.

Noch kein Durchbruch in der Alzheimer-Therapie

Forscher suchen seit Jahrzehnten nach einer Alzheimer-Therapie. Untersuchungen zeigen, dass Alzheimer mit dem Eiweißbruchstück Amyloid zusammenhängt, dass sich im Gehirn ablagert und dort maßgeblich am geistigen Verfall der Patienten beteiligt ist. Die Lösung scheint deshalb zum Greifen nah: Forscher setzten ihre Hoffnungen in einen Impfstoff gegen dieses Eiweiß. Doch bisher ohne Erfolg. Ein vielversprechender Ansatz aus den USA ist im November 2016 gescheitert. Solanezumab, ein Antikörper, das die giftigen Amyloid-Beta-Moleküle aus dem Blut von Alzheimer-Patienten herausfischen soll, ist in der entscheidenden Zulassungsstudie durchgefallen. Die behandelten Patienten zeigten keine signifikante Verbesserung in ihrer Gedächtnisleistung.

An anderen Wirkstoffen, wie beispielsweise dem Antikörper Aducanumab, wird geforscht. Allerdings müssen diese zunächst verschiedene Studien durchlaufen. Zuerst stehen die Verträglichkeit und die richtige Dosierung im Mittelpunkt. Anschließend wird die Wirksamkeit in verschiedenen Stufen mit immer mehr Probanden untersucht, erst danach können Forscher sagen, ob der Therapieansatz wirklich hilft.

Mit Sport gegen die Vergesslichkeit

Ganz machtlos sind Patienten allerdings nicht. Prävention kann helfen: Körperliche Fitness, mentale Stimulation und soziale Aktivität können vorbeugend wirken, außerdem stellten Experten fest, dass Menschen mit einem gesunden Ernährung später erkranken. Forscher haben nach Lauftrainings ihrer Probanden herausgefunden, dass zunehmende Fitness mit der Bildung neuer Gefäße und dem Wachstum von Nervenzellen verbunden ist, die für das Gedächtnis wichtig sind. Mit diesem Wissen hofft man möglicherweise Medikamente entwickeln zu können und Patienten mit leichter Demenz vorbeugend zu trainieren.
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