Tödliche Strände

Bikini Atoll: Der Strand, der zum größten Atombombenlabor der USA wurde

Das Bikini-Atoll im Pazifischen Ozean wurde als Schauplatz zahlreicher Kernwaffentests der USA in den Vierziger- und Fünfzigerjahren bekannt. Damit wollte der damalige US-Präsident Truman lediglich die Zerstörungskraft ermitteln. Mit ungeahnten Folgen…

© iStock-Charles Whiting

An den Stränden der Welt wurde das höher entwickelte Leben geboren – dort wurde aber auch die Saat für dessen Auslöschung gesät. Als am 25. Juli um 8.34.59 Uhr die BakerBombe 27 Meter unter der Wasseroberfläche gezündet wird, reißt sie den Lagunenboden auf und schleudert ihn in die Luft. 

Ab Sommer 1946 werden im Bikini- und auf dem benachbarten Eniwetok-Atoll 67 Atombombentests durchgeführt. Mit unfassbarer Geschwindigkeit werden jedes Mal Seewasser, Korallen und andere Lebewesen in die Wucht der Explosion hineingesogen. Drei Inseln verdampfen komplett, die Meerestemperatur steigt jedes Mal auf 55.000 Grad Celsius. 

Verstrahlte Hölle

Die Sprengkraft all dieser Explosionen zusammengenommen entspricht 1,6 Hiroshima-Bomben – pro Tag, und das zwölf Jahre lang. Im Juli 1958 detoniert im Bikini-Atoll die letzte Atombombe, die Tests werden danach unterirdisch durchgeführt. Die Strände des Bikini-Atolls sind da schon zur verstrahlten Hölle geworden – und das nur, um die hinterhältigste und tödlichste Waffe der Menschheit zu entwickeln. 

Heute gibt es rund 15.000 Atomsprengköpfe weltweit. Diese Zahl ist ein Fortschritt: Mitte der 1980er-Jahre besaßen die Atommächte zusammen mehr als 80.000 Atomwaffen.

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