Rätselhafte Orte

Aus welcher deutschen Moschee wurde eine Weltmacht angegriffen?

Die Anschläge vom 11. September treibt die USA in einen „Krieg gegen den Terror“. Was viele nicht wissen: Eine Hamburger Moschee dient den Al Kaida-Terroristen dazu, die blutigen Anschläge heimlich zu planen.

© imago images / Future Image

Hamburg, Steindamm 103. In den 1990-Jahren eine trostlose Adresse zwischen Billig-Hotels, Straßenstrich und Drogenszene. Über einem Imbiss und einem Fitnessstudio befindet sich die Al-Quds-Moschee: ein unscheinbares Eingangsschild auf Arabisch, ein großer Raum, Auslegware, weiße Wände. 

Hier treffen sich Mohammed Atta, Ramzi Binalshibh, Ziad Jarrah und weitere Mitglieder der sogenannten Hamburger Terrorzelle regelmäßig, um zu beten – und den blutigsten Anschlag der Geschichte zu planen. Die Handlanger Osama bin-Ladens bilden die Elite von dessen Terrornetzwerk Al Kaida: Atta fliegt am 11. September 2001 um 8:46 Uhr eine Boeing 767 in den Nordturm des World Trade Center, 17 Minuten später steuert al-Shehhi eine Maschine gleichen Typs in den Südturm. Jarrahs Boeing ist für das Capitol in Washington bestimmt, stürzt aber auf ein Feld. Binalshibh, der vierte Hamburger Pilot, erhält keine Einreisepapiere für die USA, ein Ersatzmann übernimmt sein Ziel, das Pentagon.

Historische Einordnung

Der Angriff mit fast 3.000 Toten treibt die USA nicht nur in einen „Krieg gegen den Terror“, der Schätzungen zufolge 250 Millionen Dollar pro Tag kostet. Er macht auch die Hamburger Moschee zu einem Mekka für Dschihadisten. Und er wirft erstmals ein Licht auf ein Netzwerk aus international finanzierten Gotteshäusern, die unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit Terroristen rekrutieren: So fungierte der Ehren-Imam der AlQuds-Moschee als bin-Ladens Deutschland-Botschafter. Er macht die Hamburger Moschee der 9-11-Attentäter zu einer Pilgerstätte für islamistische Terroristen. Erst 2010 schließen die Behörden das Gebetshaus.

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