Personenverkehr

Alle einsteigen! Die Geschichte der U-Bahn

„Rechts stehen, links gehen!“ Wer mit diesen Worten noch nie angebrüllt worden ist, der ist wahrscheinlich auch noch nie mit der U-Bahn gefahren. Vor über 150 Jahren begann in London die Ära der Untergrund-Bahn. Welt der Wunder verrät mehr über das Verkehrsmittel, das unsere Fortbewegung verändert hat.

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Vor über 150 Jahren öffnete die erste U-Bahn der Welt ihre Tore für die Öffentlichkeit: Am 10. Januar 1863 begann in London somit das Zeitalter der unterirdischen Personenbeförderung. Was damals größtenteils belächelt wurde, feierte im Lauf der Zeit einen weltweiten Siegeszug. Hatte die damalige U-Bahn doch so wenig gemein mit den heutigen Bahnen, die unter unseren Füßen durch die Tunnel rasen: Laut, dreckig und heiß war damals so eine Fahrt durch die Unterwelt Londons – denn die Dampf-Lokomotive wurde zeitgemäß mit Kohle befeuert.

Würmer aus Stahl

Was mit der „Metropolitan Railway“ in London damals begann, breitete sich in der Folgezeit auf der ganzen Welt aus. Heute würde der Verkehr jeder größeren Stadt zusammenbrechen, gäbe es nicht die „Würmer“ aus Stahl, die sich da in der Dunkelheit ihren Weg unter der Erde bahnen. Dabei ist die Welt unter Tage ein Mikrokosmos für sich: Begibt man sich auf den Weg in die Tiefe, geben erfahrene Passagiere ihre Freundlichkeit spätestens beim Verlassen der Rolltreppe ab. Das sowieso schon hektische Großstadtleben wird noch hektischer, wenn man als Neuling zum ersten Mal zurechtgewiesen wird, dass die linke Seite der Treppe doch bitteschön zum Überholen reserviert ist.
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Hat man sich im Stoßverkehr einen Sitzplatz ergattert, dann hat man es geschafft. Muss man stehen, kommt in der Enge und Nähe zu den fremden Leidensgenossen schnell ein unwohles Gefühl auf: Schaut man sich um, sieht man Augenpaare, die entweder nervös hin- und herblicken oder erst gar nicht aufschauen. Blickkontakt wird in der U-Bahn vermieden, und auch an Remplern sollte man sich nicht stören – das gehört so zusagen zum guten Ton. Ansichtssache: Wenn man Glück hat, kommt man vielleicht sogar in den Genuss eines etwas anderen Fahrerlebnisses. So treffen sich „Frischluftfanatiker“ gerne zum hosenlosen U-Bahnfahren. Abgesehen davon tummeln sich in den Wagen und Bahnhöfen viele kuriose Gestalten, die das U-Bahn-Fahren alles andere als zu einem langweiligen Erlebnis machen.

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