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Abschaffung der Roaming-Gebühren

Bald ist es endlich soweit: Ab dem 15. Juni 2017 werden die Roaming-Gebühren abgeschafft. Dann wird es endlich möglich sein, mit dem Smartphone EU-weit zu telefonieren und zu surfen, ohne dabei massive Kosten in Kauf nehmen zu müssen.

© iStock-RossHelen

Wer bisher im europäischen Ausland mobil surfen, telefonieren oder SMS verschicken wollte, musste sich auf hohe Kosten einstellen. Diese Zusatzkosten, die in Form von Roaming-Gebühren auf Handynutzer im EU-Ausland anfallen, wird es ab Juni 2017 nicht mehr geben. Vertreter des Europaparlaments und der EU-Mitgliedsstaaten haben sich vor Kurzem in Brüssel getroffen und letzte noch verbleibende Details ausgehandelt. 

Heimische Anbieter übernehmen die Roaming-Gebühren

So haben sich beide Seiten darauf verständigt, wie hoch die Obergrenzen für das Roaming sein sollen. Diese inoffizielle Vereinbarung muss jedoch noch von allen EU-Mitgliedsstaaten sowie dem kompletten Parlament bestätigt werden. Dem Vizepräsidenten der für diese Angelegenheit zuständigen EU-Kommission, Andrus Asip, zufolge hat man nun endlich auch die letzten Hürden überwunden, so dass einer baldigen Abschaffung der Roaming-Gebühren nichts mehr im Wege steht. 

Hintergrund dieser letzten Verhandlungen ist, dass die Zusatzgebühren von dem Endkunden auf den jeweiligen Mobilfunkbetreiber übertragen werden. Im Klartext bedeutet das, dass der heimische Anbieter den Auslandsanbieter dafür bezahlt, dass seine Kunden über einen bestimmten Zeitraum dessen Mobilnetz gebührendrei nutzen können. Die EU hat dafür eine Obergrenze von 3,2 Cent für Anrufe pro Minute und 1 Cent für SMS definiert. Für das Datenvolumen sinken die Obergrenzen schrittweise zunächst auf 7,70 Euro pro Gigabyte, ab den 1. Januar 2022 dann auf 2,50 Euro pro Gigabyte. 

Kostengrenzen und fairer Wettbewerb

Diese Obergrenzen sind in erster Linie dazu da, damit die Mobilfunkanbieter überall im EU-Ausland ihre Kosten in Grenzen halten können. Sie sind aber zudem auch niedrig genug, um einen fairen Wettbewerb im EU-Raum gewährleisten zu können. Abzuwarten bleibt jedoch, wie sich diese Situation im EU-Ausland tatsächlich in Zukunft entwickelt. Die große Befürchtung: Mobilfunkanbieter könnten versuchen, die zusätzlichen Kosten, die durch die Abschaffung der Roaming-Gebühren entsteht, auf die Kunden weiterzuleiten, indem sie z. B. die Preise für Flatrate-Tarife anheben. Mit diesen möglichen Szenario und vielen weiteren nützlichen Informationen rund um das Thema haben sich auch die Experten von sparhandy.de ausführlich befasst. 

Abschaffung der Gebühren mit Einschränkungen

Obwohl die baldige Abschaffung der Roaming-Gebühren zahlreiche neue Freiheiten mit sich bringt, gibt es aber auch gewisse Einschränkungen. Wer beispielsweise in seinem Heimatland einen sehr günstigen Datentarif oder eine Flatrate ohne Datenbegrenzung hat, dem kann der Anbieter das zur Verfügung stehende Datenvolumen im EU-Ausland begrenzen. Die Einzelheiten werden in solchen Fällen durch eine EU-Formel geregelt. 

All diese Regelungen beziehen sich künftig auf Standardtarife. Kunden werden aber auch selbstverständlich die Möglichkeit haben, andere Verträge abzuschließen, weil sie innerhalb der EU günstiger telefonieren oder ein größeres Datenvolumen haben möchten. Im Herbst hatte die EU-Kommission das ursprüngliche Vorhaben, die Roaming-Freiheit auf 90 Tage im Jahr zu limitieren, zur Freude der Verbraucher aufgegeben. Stattdessen werden Mobilfunkanbietern Instrumente und Möglichkeiten zur Verfügung gestellt, Missbrauch und Manipulation, wie z. B. das dauerhafte Telefonieren und mobile Surfen mit günstigen ausländischen SIM-Karte, effektiv zu verhindern.

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