Karriere

5-Punkte-Plan: Der Weg zum erfolgreichen Musiker

Unzählige Casting-Formate suggerieren, dass der Schritt ins Rampenlicht nur ein kleiner ist. Allerdings verschwinden die sogenannten Superstars dann meist innerhalb kürzester Zeit wieder von der Bildfläche. Wie kann Musikern der echte Durchbruch gelingen?

© Imago-MarionVogel

Menschen wollen unterhalten werden und zahlen teilweise einen hohen Preis dafür. Das hat zu einem Boom der Unterhaltungsindustrie geführt. Neben dem multimedialen Interesse lockt das Musikbusiness Menschen an, die auf das große Geld hoffen. Die Frage ist nur: Wie erlangt man eine bedeutende Rolle in der Musikbranche, die auch noch langfristig anhält?

„15 minutes of fame“ – der US-amerikanische Künstler Andy Warhal brachte es schon seinerzeit auf den Punkt, wie lange Ruhm und mediale Aufmerksamkeit anhält. Der Grund: die hohe Ablenkung. In Zeiten von sozialen Medien und der Zunahme von Casting-Shows kaum verwunderlich, dass die Aufmerksamkeit nicht über die erste Single hinausreicht. Sicherlich führen auch One-Hit-Wonder zu einer Form des nachhaltigen Erfolges - das sind aber eher Ausnahmen. 

Punkt 1: Was ist denn eigentlich Erfolg?

Eine Antwort hierauf könnte lauten: Erfolg ist, etwas Bleibendes geschaffen zu haben. Das gilt zwar auch für die schon erwähnten One-Hit-Wonder, aber der Maßstab sollte ein größerer sein, die Wirkkraft eine andere. Man denke nur Nirvana, die zu Beginn der 1990er Jahre eine Musikrichtung hervorbrachten, die auch heute noch als Orientierungsgröße dient. Warum sind sie immer noch so wichtig, nach all den Jahren? Weil sie – wie beispielsweise die Beatles und die Stones lange vor ihnen – einen Umbruch einläuteten, weil sie den bisherigen Gang der Musikgeschichte durchbrachen und etwas Neues schufen, etwas Unverwechselbares.

Kunst vs. Kommerz

Damit verdienen Musiker allerdings nicht zwingend Geld – Berufsmusiker brauchen aber genau das, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Allerdings ist die Kunst-oder-Kommerz-Problematik oft emotional aufgeladen und schnell stehen Sell-Out-Vorwürfe einem Verweis auf brotlose Kunst entgegen. 

Es dürfte daher unmöglich sein, dieses Streitthema final zu klären. Der Versuch, von der eigenen Musik leben zu können, ist in jedem Fall nachvollziehbar. Faktisch und wirtschaftlich gesprochen ist die Musik ein Produkt, dass auf dem Markt platziert werden soll, jedenfalls solange sie nicht reiner Selbstzweck ist. Dass das Streben nach Kommerz dabei in den seltensten Fällen zu wirklichem Reichtum führt, zeigt schon ein kurzer Blick auf das Nachbarland Österreich, wo vielen Musikern das Existenzminimum droht

© Imago-teutopress

Die Elemente des Erfolgs

Daran lässt sich schon ablesen, dass der langfristige Erfolg in der Musikbranche kein leichtes Unterfangen ist. Vielmehr muss eine Vielzahl von Faktoren in der richtigen Weise zusammenkommen, um überhaupt eine Aussicht auf Erfolg haben zu können. Das fängt ganz banal an bei den individuellen Voraussetzungen, etwa dem musikalischen Talent, dem spezifischen Know-How und dem Interesse. Dazu braucht es für das Musizieren auf überdurchschnittlichem Niveau Fleiß und Durchhaltevermögen. 

Zu den Rahmenbedingungen gehören ebenfalls verschiedene Bereiche, von denen die Gesundheit an erster Stelle stehen sollte. Musik machen ist eine körperliche Tätigkeit, die in dieser Hinsicht auch ihren Tribut fordert. Allerdings werden selbst die gesündesten Musiker nicht vorankommen, wenn ihnen die finanziellen Grundlagen (für Equipment, Logistik, Promotion etc.) oder die richtigen Kontakte fehlen.

Darüber hinaus keinesfalls zu unterschätzen: Visionen und Zielsetzungen, denn sie bestimmen den weiteren Werdegang als Musiker, sind Antrieb und Motivation und sie sorgen am Ende auch dafür, immer besser zu werden. Was wiederum eine der Voraussetzungen für den Erfolg ist.

Das Musikbusiness als Schlüssel

Ein weiterer Faktor ist die Branche selbst. Nur die Musiker kommen hier voran, die sich mit den Mechanismen des Geschäfts auseinandersetzen und die Funktionsweise verstehen. Das Prinzip ist denkbar einfach: Menschen mögen Musik, denn sie spricht ihre Emotionen an und daraus kann eine Verbindung zu den Songs und Künstlern entstehen. Auf dieser Grundlage wiederum lässt sich Musik verkaufen und das umso besser, je stärker die Bindung zwischen Musikern und Fans wird.

Ganz so einfach ist es natürlich nicht, auch wenn Streaming-Dienste und die Digitalisierung an sich neue und einfachere Vertriebswege eröffnet haben. Ohne Unterstützung, etwa durch Musikfirmen, wird der große Wurf allerdings höchstwahrscheinlich ausbleiben. Nicht zuletzt deshalb, weil begrenzte eigene finanzielle Mittel auch nur eine begrenzte Reichweite erlauben.

© musikindustrie.de

Punkt 2: Jeder Musiker ist verantwortlich für seinen Erfolg

Eine solide Fan-Basis ist wichtig – aber nichtsdestotrotz liegt die Verantwortung für den Erfolg bei einem selbst. Ob ein Durchbruch letzten Endes gelingt, ist und bleibt zwar eine nur bedingt beeinflussbare Einzelfallentscheidung und es gibt auch kein allgemeingültiges Patentrezept. Dennoch lassen sich einige Charakterzüge zusammentragen, die definitiv hilfreich sind:

  • Streben nach mehr
    Das Gefühl der inneren Unruhe, die Suche nach der Perfektion, das ständige Arbeiten an Songs und spielerischen Fertigkeiten – das ist das Fundament für viele Musiker, die im großen Stil erfolgreich waren und sind. Nur so hebt sich die Musik über das Mittelmaß hinaus und erregt Aufmerksamkeit.

  • Charakter / Charisma
    Eine gute Ausstrahlung gilt nicht nur für die Musik, sondern genauso für die Musiker selbst: Es muss kein Auffallen um jeden Preis sein, aber wer in der Masse versinkt, wird kaum im Gedächtnis der Leute hängen bleiben.

  • Netzwerken
    Kontakte und Kommunikation sind Schlüsselfaktoren für den Erfolg. Ganz egal, ob es um Förderungen für die Tour geht, um Hilfe bei Personalnotfällen oder um die Kontaktaufnahme zu Produzenten.

© imago-VotosRolandOwsnitzki

Punkt 3: Rahmenbedingungen richtig nutzen

Erfolg setzt also mehr als nur ein wenig Eigenverantwortlichkeit voraus. Aber was bringt die Kenntnis der notwendigen Voraussetzungen, wenn diese nicht tatsächlich genutzt werden? Das bedeutet in vielen Fällen, sich mit einer Bestimmung des eigenen Standorts auseinanderzusetzen. 

  • Körperliche Voraussetzungen
    Wie schon angedeutet wurde, geht es hierbei nicht allein um die Befähigung, ein Instrument rein physisch beherrschen zu können. Ebenso wenig geht es ausschließlich darum, die vorhandenen Fähigkeiten durch beständiges Training zu verbessern. Wichtig ist vor allem, eine gute körperliche Verfassung zu haben. Also sich entgegen der Klischee-Vorstellung von Rockmusikern zu verhalten. Das bedeutet: kein ezessiver Alkohol- und Drogenkonsum. Auch wenn die Geschichte vom berühmt-berüchtigten Club 27 eher dazu beigetragen hat, solche Lebensentwürfe zu glorifizieren. Denn der Club 27 bezeichnet eine Reihe von Musikern, die im Alter von 27 Jahren starben. Die Liste namhafter Musiker ist erschreckend lang: angefangen bei Kurt Cobain über Jim Morrison, Jimi Hendrix, Janis Joplin bishin zu Amy Winehouse. Eine nachhaltige Einstellung zum eigenen Körper und damit zum eigenen Leben ist das offensichtlich nicht. Die Bekanntheit über Jahrzehnte hinweg wurde in den genannten Fällen mit einem tragisch kurzen Leben erkauft, das nicht selten von emotionaler Instabilität und dem Wandern auf dem schmalen Grat zwischen Anerkennung und Depression geprägt war. Deswegen ist es umso wichtiger, auf die eigene Gesundheit zu achten, sowohl in physischer wie auch in psychischer Hinsicht.

    In diese Fragen spielen auch persönliche Werte hinein. So wie der Umgang mit dem eigenen Körper eine Wertschätzung für die eigene Person ausdrückt, sind auch moralische Vorstellungen wichtig. Zum einen, weil die Werte das musikalische Schaffen beeinflussen und in die Musik einfließen; zum anderen, weil davon die Interaktion mit der Umwelt abhängt. Gerade wenn man aufgrund des Erfolgs mehr in der Öffentlichkeit steht, bestimmt das Verhalten gegenüber anderen die Wahrnehmung von außen maßgeblich. Wer sich daher Respekt, Toleranz und dergleichen mehr auf die Fahnen schreibt, sollte auch danach leben und sich entsprechend präsentieren, um authentisch und glaubwürdig rüberzukommen.

© iStock-Berezko

  • Materielle Basis
    Auch wenn vor allem Casting-Shows etwas anderes suggerieren, Talent alleine reicht nicht aus. Jedenfalls nicht, wenn die Musik den Lebensunterhalt decken soll und erst recht nicht, wenn sogar noch höhere Ziele verfolgt werden. Nicht zu vergessen, dass nicht jeder nur mit seinem Gesang punkten kann, für den es vergleichsweise recht wenig Equipment braucht. Andere haben da mehr Bedarf: Zur Ausrüstung kommen in den meisten Fällen entsprechend ausgestattete Räumlichkeiten zum Proben hinzu, vom logistischen und organisatorischen Aufwand für Konzerte und Touren ganz zu schweigen. Solange außerdem kein Deal mit einem Label besteht, werden auch Studio-Aufnahmen und CD-Veröffentlichungen zu einer möglicherweise heiklen Kostenfrage. Allerdings ist ein solcher Vertrag längst keine Garantie für (internationalen) Erfolg, wenngleich er durchaus Vorteile haben kann. Eine materielle Basis ist dennoch unerlässlich, denn Erfolg stellt sich selten über Nacht ein, er ist viel mehr mit Arbeit und Entbehrungen verbunden – weshalb es gegebenenfalls (berufliche) Alternativen braucht, um einerseits den Lebensunterhalt zu sichern und gleichzeitig die musikalischen Unternehmungen vorantreiben zu kommen.

  • Soziale Vernetzung
    Soziale Kontakte sind ein Muss. Man benötigt sie auf dem Weg zum Erfolg aber auch, um diesen langfristig zu zementieren. Die Voraussetzung ist dabei ein Mindestmaß an Eigeninitiative und Aktivität: Das bedeutet, selbst auf die Leute zuzugehen und einmal geschlossene Kontakte zu pflegen. Die richtigen Menschen zu kennen ist keine Garantie für einen Karrieresprung, erhöht aber die Wahrscheinlichkeit. Ein Blick auf die Bandhistorie der legendären Beatles belegt jedenfalls eindrucksvoll, welchen Einfluss die soziale Vernetzung haben kann und auch in anderen Musikrichtungen ist oft eine kleine Hilfestellung der Anstoß für eine lange Karriere: Stefan Raab etwa verhalf einigen Künstlern zum Erfolg: nicht nur Lena Meyer-Landrut, sondern auch Max Mutzke und Stefanie Heinzmann. Die heute allgegenwärtige Helene Fischer verdankt ihren Erfolg mindestens in Teilen ihrem Manager Uwe Kanthak und der Volksmusik-/Schlagergröße Florian Silbereisen, der sie nach ihrem ersten wirklich großen Auftritt im Fernsehen gleich mit auf die Tournee seines „Überraschungsfest der Volksmusik“ mitnimmt. Nicht zu vergessen der Anteil von Kristina Bach - bekannt als Entdeckerin der Sängerin Michelle in den 1990ern -, die für Fischer „Atemlos“ komponierte.

    Karriereanstöße durch bekannte Mentoren gibt es aber auch in ganz anderen Musikbereichen, auch in der Rap-Branche – so geschehen bei Rapper-Urgestein Redman, dessen Weg maßgeblich durch die Unterstützung der Gruppe EPMD geebnet wurde oder Dr. Dre mit seinem Protegé Eminem. Zu dem illustren Förderer-Zögling Kreis gehören ebenso Jay-Z und Rihanna und seinerzeit gelang der Rockband Staind der Durchbruch nach einem gemeinsamen Konzert mit Limp Bizkit und der Förderung durch deren Frontmann Fred Durst. Dazu hat es sich inzwischen als Karriere-Sprungbrett erwiesen, gute Kontakte in die Werbeindustrie zu haben: Einen Song in einem Fernseh-Werbespot platzieren zu können, ist wenigstens geeignet für eine Steigerung von Plattenverkäufen und Popularität – weiterer Erfolg nicht ausgeschlossen.

  • Gefühle
    Musik ist emotional, eine Auseinandersetzung mit der eigenen Gefühlswelt für Musiker daher unerlässlich. Denn nur so gelingt gutes und vor allem authentisches Songwriting. Nur wenn die im Lied vermittelten Gefühle echt sind bzw. wenn ein Lied mit echtem Gefühl vorgetragen wird, kommt das auch so beim Publikum an. Der Text ist dabei nie Selbstzweck, sondern weckt – im Zusammenwirken mit der Melodie – Emotionen. Ohne Selbstreflexion ließen sich die verarbeiteten Gefühle aber gar nicht erst erfassen, geschweige denn in Worte kleiden. 

  • Inspiration, Wünsche und „höhere Ziele“
    Zwar ist Erfolg, ein relativer Begriff, den man nicht zwingend in Zahlen ausdrücken kann. Nichtsdestotrotz sollte man sich fragen: Wo soll es mit dem eigenen Musikprojekt hingehen? Was soll damit erreicht werden? Und mit welcher Art von Musik und auf welchem Niveau? Dabei sollten auch Musiker nicht vergessen, dass es ein Leben jenseits von Proberaum, Tonstudio und Konzertbühne gibt. Ziele und Träume müssen sich also nicht nur auf die Karriere beschränken. Denn auch private Erfahrungen können das Leben verändern und in die Musik einfließen. Die Ziele können aber auch ganz idealistisch sein: etwa – politisch motiviert – mit dem Anspruch, die Menschen durch die musikalischen Botschaften auf Missstände aufmerksam zu machen. Oder schlicht und ergreifend etwas Bleibendes zu schaffen, an das sich die Menschen immer wieder erinnern. 

© Imago-ZUMAPress

Punkt 4: Gut sein reicht nicht aus

Die Konkurrenzsituation in der Musikindustrie hat zur Folge, dass das Prädikat gut nicht mehr ausreicht, um große Erfolge feiern zu können. Das gilt, für die Qualität der Musik ebenso wie für das Gesamtpaket – nur so sticht man aus der Masse hervor.

Von Vorbildern lernen und eigene Einzigartigkeit stärken

Besonders am Anfang einer Karriere ist der Vergleich mit anderen Musikern wichtig. Sie können Ansporn und Inspiration gleichermaßen sein, durch das Nacheifern werden gezielt Fähigkeiten geschult. Dennoch sollten Musiker immer wieder auf die eigenen Stärken und Voraussetzungen zurückkommen.

Der Schlagzeuger Benny Greb (Bild) hat es genauso gemacht: Er eignete sich zunächst viele Fertigkeiten anhand von Lehrvideos an und stellte im zweiten Schritt seine eigenen Stärken mehr in den Vordergrund. Mit Erfahrungen, Begabungen und dem erworbenen Know-How ist er gewissermaßen über seine Vorbilder hinausgewachsen. 

Vom Musiker zur Marke

Von einem herausragenden Musiker zu einer eigenen Marke fehlt dann aber immer noch ein Stück. Es gibt viele Elemente des Personal Branding zu beachten, die auf den ersten Blick banal erscheinen, aber extrem wichtig sind – und für die es noch nicht einmal Musik braucht. Eine einzigartige musikalische Fähigkeit ist ebenso ein wiedererkennbares Alleinstellungsmerkmal wie die Persönlichkeit. Entscheidend ist schlussendlich aber die Meinung des Publikums, weshalb ein Abgleich von Selbst- und Fremdbild durchaus sinnvoll ist. Eine sogenannte Resonanzanalyse gibt dabei Aufschluss darüber, wie groß die Diskrepanz zwischen Selbstwahrnehmung und der Wirkung auf andere möglicherweise ist. Transportiert der Künstler nicht die Charaktereigenschaften und Werte, für die er eigentlich einsteht und bekannt sein möchte, ist eine weitere Runde Selbstreflexion notwendig. Qualifizierte Persönlichkeitstests können dabei unterstützen.

Die Markenpositionierung

Sich als Personal Brand im Musikbusiness zu etablieren, entspricht in der Vorgehensweise prinzipiell, ein neues Produkts am Markt unterzubringen. Das bedeutet, dass es entweder besser als vergleichbare Produkte sein muss oder es besetzt eine Lücke, die bislang frei geblieben ist. Ist ein solcher Platz gefunden, gilt es, diesen zu festigen. Wichtige Aspekte sind dabei

  • Beständigkeit und Konstanz, hauptsächlich im Hinblick auf die äußere Wiedererkennbarkeit, sprich das Erscheinungsbild – siehe etwa das Make-Up von Kiss, die Schuljungen-Uniform von Angus Young oder die Udo Lindenberg-typische Kombination aus Hut und Sonnenbrille. Umgekehrt sollte nicht vergessen werden, dass sich auch der Mut zur Wandelbarkeit zum Markenzeichen erheben lässt – ein Paradebeispiel hierfür ist etwa Lady Gaga, auch Marilyn Manson hat das Spiel mit Verkleidungen zur Kunstform erhoben.

  • Konsistenz und Widerspruchsfreiheit beim Vertreten der einmal deklarierten Werte. Dabei geht es um Glaubwürdigkeit und den Schutz des erworbenen Rufes. Skandale bedeuten zwar für einen kurzen Moment die Aufmerksamkeit der Massen, schädigen aber langfristig die Marke. 
Ganz wichtig zu beachten ist außerdem der Faktor Zeit. Eine erfolgreiche Marke zu etablieren und zu einem großen Namen in der Branche zu machen, kostet nämlich Zeit. Es braucht Jahre, bis sie als gefestigte Größe gelten kann.

© musikindustrie.de

Punkt 5: Unterstützung annehmen

Kontakt zu den Fans

Die Fans entscheiden darüber, wie erfolgreich die Musik tatsächlich wird. Die Verbindung wird natürlich in erster Linie über die Musik hergestellt, das alleine reicht aber nicht aus. Denn rein wirtschaftlich gesprochen handelt es sich bei den Fans um die Geldgeber, die der Künstler bei Laune halten muss. Den Kontakt zu den Anhängern zu pflegen ist daher auch Teil der Vermarktungsstrategie. Klingt hart, aber das Thema Selbstvermarktung ist von immenser Bedeutung. Hierunter fällt aber gerade mit dem Bereich Promotion ein wichtiger Faktor, bei dem die Kommunikation selbst im Vordergrund steht. Mittlerweile unverzichtbar sind die sozialen Medien. Öffentlichkeitsarbeit ohne Facebook, Twitter oder YouTube ist kaum noch vorstellbar. Warum? Weil sie eine breite Streuung haben, die über die eigentliche Zielgruppe hinausgehen kann. Und schlicht und ergreifend deswegen, weil sie die einfachsten und inzwischen meistgenutzten Kommunikationskanäle geworden sind. 

Kooperationspartner

Neben den Fans sind Kooperationspartner eine wichtige Gruppe, die eine Musikerkarriere ebenfalls anschieben kann. An erster Stelle wären hier die Musikfirmen zu nennen, seien es die großen Majors oder die riesige Zahl an Indie-Labels. Die bieten neben finanzieller Unterstützung auch Entlastung von Managementaufgaben – wozu meist auch die notwendigen Kenntnisse fehlen, jedenfalls um den ganz großen Wurf zu landen. Weltweit liegen die Investitionen für Entwicklung und Vermarktung neuer Künstler bei 4,5 Milliarden US-Dollar im Jahr, was rund einem Viertel der Einnahmen aus verkauften Tonträgern (ohne digitale Verkäufe) entspricht.

Hilfestellungen gibt es aber auch von anderer, öffentlicher Seite. Mit der Initiative Musik gGmbH unterstützt beispielsweise die Bundesregierung die deutsche Musikwirtschaft. Die Schwerpunkte: Nachwuchsförderung, Verbreitung deutscher Musik im Ausland und Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Musikalisch dreht sich alles hauptsächlich um zeitgenössischen Rock, Pop und Jazz. Um die Ziele zu erreichen, werden verschiedene Förderprogramme zur Verfügung gestellt, mit denen

  • Audio- und audiovisuelle Aufnahmen,
  • Promotion- und Marketingmaßnahmen,
  • Konzerte, Touren oder sonstige Veranstaltungen,
  • Reisekosten ins Ausland, etwa für Festivals, Supporttouren etc.
bezahlt werden können.

Stipendien und Förderpreise vergibt zudem der Bundeswettbewerb Gesang, der sich vornehmlich der Unterstützung von Nachwuchs-Sängern widmet. Darüber hinaus bietet eine ganze Reihe von Institutionen Hilfe in verschiedenen Formen an, etwa die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft, das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft, die Netzwerke und Verbände der Musikwirtschaft selbst und nicht zu vergessen die jeweiligen Anlaufstellen für Kultur- und Kreativwirtschaft in den Bundesländern. Ob sich mit deren Hilfe tatsächlich langfristiger Erfolg einstellt, muss sich natürlich erst noch erweisen. Aber Erfolg ist relativer, zu dem trotz allem ein erster Schritt gemacht werden muss.

Das könnte Sie auch interessieren

WERBUNG / ADVERTISMENT