LEBENSMITTELTRENDS

Was ist gesünder: Superfoods oder altbewährte Nahrungsmittel?

Superfoods sind für ihren hohen Gehalt an Vitaminen, Mineralien und Antioxidantien beliebt, schlagen jedoch schnell auf die Geldbörse. Aber können heimische Nahrungsmittel auch mithalten?

Superfoods

© iStock/marekuliasz

Superfoods haben nicht nur Bio-Shops erobert – längst haben sie auch in unseren Supermarkt-Regalen Einzug gehalten. Ob in Müslis, Smoothies oder pur: Die Fitmacher sind für ihren hohen Gehalt an Vitaminen und  Mineralien beliebt und zeichnen sich durch eine besonders hohe Nährstoffdichte aus. Schon mit kleinen Mengen lässt sich die tägliche Ernährung aufbessern und der Bedarf an lebenswichtigen Vitaminen, Mineralien und Fettsäuren decken.

Aber Superfoods können noch mehr: Ein hoher Gehalt an Antioxidantien hilft, freie Radikale im Körper zu neutralisieren. Das kann Entzündungen und vorzeitige Alterung verhindern und Bevölkerungskrankheiten wie Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen vorbeugen.

Der Haken an dem neuen Lebensmitteltrend: Die beliebten Exoten sind meist wesentlich teurer als herkömmliche Nahrungsmittel. Die erhöhte Nachfrage hat dazu häufig negative Auswirkungen auf Umwelt und Landwirtschaft in den Anbaugebieten. Deshalb lohnt es sich, Superfoods zumindest hin und wieder mit heimischen Alternativen zu ersetzen.

Chia- oder Leinsamen?

Chia-Samen werden besonders für ihren günstigen Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren und ihren hohen Gehalt an Zink, Eisen, Magnesium und Kalzium geschätzt. Bei Kontakt mit Flüssigkeit quillt Chia auf, sodass es sich gut zum Binden von Speisen und zum Auflockern von Gebäck eignet. Veganer nutzen die kleinen Samen gerne als Ei-Ersatz. Unser heimisches Gegenstück: Lein. Leinsamen besitzen einen sehr hohen Anteil an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die Herz und Gefäße schützen und Entzündungsprozessen im Körper entgegenwirken. 100 Gramm Leinsamen besitzen 50 Gramm Omega 3, wohingegen 100 Gramm Chia nur mit 2,2 Gramm aufwarten. Auch Leinöl ist mit bis zu 50 Gramm Omega 3 eine echte Alternative.

Acerola oder Sanddorn?

Die Kirschen bestechen mit einem besonders hohen Vitamin-C-Gehalt, der aus natürlichen Quellen gewonnen wird. Somit sind sie eine beliebte Alternative zu Vitamin-C-Tabletten aus der Apotheke. Acerola ist als Saft, in Kapsel- oder Pulverform erhältlich und macht so dem heimischen Sanddornsaft Konkurrenz. Das darin enthaltene Flavanoid Rutin wirkt entzündungshemmend und beugt Venenerkrankungen vor. 100 Gramm Acerola enthalten mit bis zu 1.700 Milligramm doppelt so viel Vitamin C wie Sanddorn, beide Produkte liegen pro Portion jedoch weit über dem durchschnittlichen Tagesbedarf von 500 Milligramm.

Natives Kokosöl oder Rapsöl?

Besonders zum Kochen und Backen gilt es mit seinem lieblich-süßen Geschmack und seiner festen Konsistenz als gute pflanzliche Alternative zu Butter. Auch das heimische Rapsöl wartet mit einem milden Eigengeschmack auf und besitzt dazu einen hohen Gehalt an herzschützenden einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Kokosöl besticht jedoch besonders mit seinen antibakteriellen Eigenschaften: Im Pazifik-Raum wird es häufig als natürliches Antibiotikum verwendet. In der Haut-und Haarpflege wird Kokosöl dazu für seine feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften geschätzt.

Quinoa oder Hirse?

Quinoa, die vorwiegend im rauen Klima des Himalaya wächst, wird für ihren hohen Magnesium- und Eisengehalt geschätzt: 100 Gramm Quinoa decken den halben Tagesbedarf an beiden Stoffen. Auch der Protein-Gehalt von Quinoa macht sie zum Grundnahrungsmittel in vielen Regionen: 100 Gramm der Samen enthalten 22 Gramm Eiweiß. Zu vergleichen ist Quinoa mit der heimischen Hirse, die pro 100 Gramm auf 11 Gramm Eiweiß kommt, und Dreiviertel des Magnesiumgehalts aufbringt. Die ähnliche Zubereitung der beiden Getreidearten spricht dafür, Quinoa öfter mit Hirse zu ersetzen. Besonders, weil die boomende Quinoa-Nachfrage eine große Herausforderung für die Wirtschaft und Umwelt der südamerikanischen Anbaugebiete darstellt.

Goji oder Heidelbeeren?

Die aus Asien stammenden Goji-Beeren werden meist in getrockneter Form angeboten. Sie zeichnen sich durch ihren ungewöhnlich hohen Anteil an B-Vitaminen, Vitamin A, C und E sowie Zink und Eisen aus. Enthaltene Carotinoide schützen die Sehkraft und beugen Alzheimer und Demenz vor, Ballaststoffe schützen vor Darmerkrankungen. Aber auch die heimische Blaubeere, die ebenfalls zu der Gruppe der Superfoods zählt, kann mit dem hohen Flavanoid-, Ballaststoff-und Vitamin A-Gehalt der Goji-Beere mithalten. Hinzu kommt, dass sich Heidelbeeren in Rezepte integrieren lassen. Tipp: Außerhalb der Saison auf gefrorene Beeren zurückgreifen.
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